Montag, 15. Januar 2018

Lorenz Stassen - Angstmörder

Am 11. Januar 2018 stellt Lorenz Stassen seinen Thriller Angstmörder bei Leuenhagen & Paris in Hannover vor. Das Buch ist im Heyne Verlag am 9. Oktober 2017 erschienen. Und genau drei Jahre zuvor, am 9. Oktober 2014, hat Lorenz Stassen seinen ersten Satz dieser Geschichte geschrieben:

"Ich hatte gerade einen Elfmeter vergeigt, als es an der Tür klingelte."

Lorenz Stassen bei Leuenhagen & Paris in Hannover


Angstmörder war zunächst als Stand-alone-Krimi geplant. Mit dem Heyne-Verlag ist man überein gekommen, dass die Charaktere nun in einer als 3-Teiler ausgelegten Folge erscheinen werden.

Lorenz Stassen bringt mit Angstmörder seinen Debütroman heraus und das, obwohl er seit bereits 20 Jahren im Geschäft ist: als Drehbuchautor.

Lorenz Stassen ist 48 Jahre alt, lebt in Köln, und da spielt auch die Geschichte aus seinem Buch.

Nun handelt es sich bei dem Buch um einen Thriller. Und das Wichtigste an einem Roman sind bei Lorenz Stassen die Figuren - die Hauptfiguren.

"Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance."

Mit diesen Worten lernen wir die beiden Protagonisten in diesem Thriller kennen:

Nina Vonhoegen ist Referendarin. Sie ist außerordentlich hübsch und gescheit - und leidet unter Dysmelie: einer Fehlbildung von Geburt an. Ein - wie der Autor sagt - "schiefer Ton in einer ansonsten perfekten Melodie".

Nina bewirbt sich bei dem Strafverteidiger Nicholas Meller.

Und so treffen die beiden Protagonisten bei einem Bewerbungsgespräch aufeinander.

Außerdem ist es extrem wichtig, in einem Thriller für Entspannungsmomente zu sorgen. Das weiß Lorenz Stassen aus persönlicher Erfahrung. Schließlich hat er als Drehbuchautor einmal zu einem Horrorfilm beigetragen. Dieser Film wurde bei dem Fantasy Filmfest in München 2001 vorgestellt: die spannendste Szene läuft und das Publikum fängt an zu lachen!!
Drehbuchautor und Regisseur stellten sich anschließend dem Publikum:

"Fandet Ihr den Film gut?" - "Ja, war super!!" - "Aber Ihr habt doch gelacht???" - "Ja, aber es gab ab der Mitte des Films keine Entspannungsmomente mehr!"

- Und da  wurde dann an den spannendsten Stellen im Film gelacht! - Unfreiwillige Komik.

Doch, was wäre ein Thriller ohne die Spannung?

Den Epilog jedenfalls liest der Autor Lorenz Stassen direkt vor der Pause. - Wohl, um uns anschließend einen Entspannungsmoment zu gönnen! Während der Lesung spüre ich förmlich die Ausweglosigkeit der Person in der Geschichte und sitze wie gebannt auf meinem Stuhl. Nur die Stimme des Autors. Die Pausen zwischen den Sätzen und die Pausen nach Betonung schreiender Worte: Jeden Moment erwarte ich Rettung. Rettung für das Opfer im Buch. - Dann Stille. Die Pause beginnt und ich wage anfangs noch nicht mich zu rühren, mich dem Autor auch nur auf Armlänge zu nähern. Ich muss erst einmal zu Atem kommen.


Lorenz Stassen und Cornelia Fett

Nach der Pause erzählt Lorenz Stassen von seinem Werdegang, bevor er Drehbuchautor geworden ist. Lorenz Stassen hat eine Ausbildung zum Chemielaboranten genossen. - Ob das etwas für das Autoren-Sein bzw. -Werden bringt?

"Nun", sagt Lorenz Stassen, "es ist nicht der ideale Beruf um Autor zu werden." Er könnte nun allerdings auch nicht mehr als Chemielaborant arbeiten. "Die Ausbildung zum Chemielaboranten vor der Karriere als Autor ist nicht zweckdienlich, aber auch nicht schädlich."
"Was zählt, ist die Erzählkunst. Und da muss ein Autor erzählen was wahrscheinlich ist und nicht, was möglich ist."

Wieviel Autobiografie steckt denn nun in dem Buch?

Nicholas Meller beispielsweise ist neugierig, kann den Mund nicht halten und stellt gerne mal eine Frage zu viel. - Und genau diese Neugierde hat er mit Lorenz Stassen gemein. - Was dem Autorensein wiederum zweckdienlich ist.

Einen russischen Hintergrund hat Lorenz Stassen allerdings nicht. Für zwei Monate hat er mal in Littauen gearbeitet, kurz bevor sich Littauen von der russischen Föderation gelöst hatte.

Was Lorenz Stassen aufgefallen ist, ist das behinderte Menschen in Russland nicht gut angesehen werden. Sie wurden weggesperrt. So, dass niemand sie sehen konnte. So, dass niemand sie sehen musste.

Obwohl es sich bei Angstmörder um seinen Debütroman handelt, ist die Lesung von Lorenz Stassen professionell. Er erzählt über sich als Autor, über die Idee zum Buch, er liest aus seinem Werk und verrät Details. Lorenz Stassen beantwortet Fragen. Nicht nur zum Ende der Veranstaltung, sondern auch gern zwischendrin. - Fast, als hätte er nie etwas anderes getan.

Und: Lorenz Stassen hat Humor! Und den lässt er zwischendurch auch immer wieder durchblitzen.

So erzählt er bereitwillig auch die Geschichte von Micky Maus:

Micky Maus wird in seiner Danksagung genannt.
Vor drei Jahren, als es mit dem Buch Angstmörder losging, hat Lorenz Stassen ein paar Mal mit seinem Literaturagenten Lars Schultze-Kossack telefoniert. Lars Schultze-Kossak lebt in Hamburg und hat eine außergewöhnliche Stimme. Sie telefonieren nicht oft und bei einem der wenigen Telefonate spricht und spricht Lorenz Stassen vermeintlich mit seinem Literaturagenten und irgendwann stellt sich die Frage: welches Buch? welcher Autor? - Und dann sagte Lorenz Stassen nur ganz trocken: "Ich dachte schon die ganze Zeit, Du klingst wie Micky Maus!". Dabei hatte er die Frau seines Literaturagenten am Ende der Leitung.

"Das hört doch sicher jede Frau gerne", denke ich nur und fange an zu Lachen.

Wer die Chance hat, eine Lesung mit Lorenz Stassen zu besuchen, der sollte diese unbedingt wahrnehmen. Ich freue mich schon auf die Lektüre und bin sicher, es wird spannend, sehr spannend!


Sonntag, 14. Januar 2018

Wer ist B. Traven? - Torsten Seifert - Rezension

Titel: Wer ist B. Traven?
Autor: Torsten Seifert
Roman
Tropen Verlag - Klett-Cotta
1. Auflage 2017
269 Seiten
gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-608-50347-0

Inhalt

Leon Borenstein, ein junger Journalist aus L.A., bekommt die Möglichkeit an das Film-Set in Mexiko zu reisen. Dort wird "Der Schatz der Sierra Madre" gedreht. Eine Verfilmung mit Humphrey Bogart - der zu diesem Zeitpunkt seinen ersten Dreh im Ausland hat. Dies ist jedenfalls die Begründung, mit der Leon 1947 nach Mexiko reist. Tatsächlich soll Leon herausfinden, wer hinter dem Pseudonym B. Traven steckt. Dieser B. Traven ist der Autor der Geschichte "Der Schatz der Sierra Madre" und hält sich, was seine Person angeht, allerorts bedeckt. Niemand hat je B. Traven zu Gesicht bekommen. 

"Es scheint ein Fluch über Traven zu liegen. oder um es genau zu sagen: über allen, die nach ihm suchen." - Seite 14
Personen

Die wichtigste Person in dem Buch ist unser Protagonist Leon Borenstein. Gerade als er glaubt, sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere zu befinden, da wird er auch schon zu einer Reise nach Mexiko abberufen: Leon soll in Erfahrung bringen, wer B. Traven ist.

Von B. Traven hatte Leon zu diesem Zeitpunkt noch nichts gehört. Sein Vorgesetzter Harold Stainer setzt ihn über die wichtigsten Details in Kenntnis - der Rest ist Detektivarbeit.

"Richtig, Borenstein. Aber in jedem guten Journalisten steckt auch ein Detektiv. Während ein guter Detektiv noch lange kein Journalist ist, nicht wahr?" - Seite 12

Meine Meinung

Mein Interesse an dem Buch wurde geweckt, als ich das Cover sah. In seiner Schlichtheit zog es mich in seinen Bann und der Titel als Frage beschäftigte mich: Wer ist B. Traven?
Ich war beruhigt, als ich erfuhr, dass unser Protagonist - genau wie ich - am Anfang dieses Rätsels stand. Auch er hatte zu dem Zeitpunkt, als er sich dieser Frage stellen musste, noch nichts von B. Traven gehört oder gelesen. 
So begab ich mich gemeinsam mit Leon auf die Spuren von B. Traven. 

Die Geschichte ist eine Art Biografie in einen Abenteuerroman verpackt. Viele Gerüchte und Geschichten und sicherlich ein Kern Wahrheit gibt es um die Person hinter dem Pseudonym B. Traven. 

Was und wieviel Leon herausfindet, ist in dem Buch schlüssig dargestellt. Mühelos kann ich der Geschichte folgen, soweit sie sich mit der Thematik selbst befasst. Einzig im mittleren Teil des Buches - der in Wien spielt - wird ein wenig mehr Raum für das Drumherum gelassen. Da drifte auch ich in der Geschichte ab. - Aber so geht es dem Protagonisten auch.

"Nach seiner Rückkehr aus Wien fühlte sich Leon wie ein Schiffbrüchiger, der in einem angeschlagenen Boot auf dem Ozean schaukelt." - Seite 142

Über B. Traven gibt es nicht nur die wildesten Gerüchte und Vermutungen. Wer B. Traven auf die Spur kommt "verabschiedet" sich. Ob Unfallopfer, Auswanderer oder Klinikgast - ein Leben scheint nach der Recherche nicht mehr möglich. 

Und dennoch verfolge ich gespannt diese Geschichte! Der Autor verfügt über einen tollen Schreibstil, der mich abholt und mitnimmt.


Der Autor

Torsten Seifert wurde 1966 in Görlitz geboren. Er studierte in Leipzig und Berlin Betriebswirtschaft und Marketing. Seit 1997 arbeitet er als freier Werbetexter, Konzeptioner und PR-Journalist. 2007 erschien im Self-Publishing sein Roman "Rodeo für Anfänger". Mit dem Manuskript für "Wer ist B. Traven?" gewann er 2017 den Blogbuster-Preis der Literaturblogger. Torsten Seifert lebt und arbeitet in Potsdam-Babelsberg. - Quelle: Klappentext


Fazit

Den Inhalt des Buches halte ich für gut recherchiert. Im Nachgang konnte ich die Beantwortung meiner Fragen um Fiktion oder Wirklichkeit leicht in Erfahrung bringen und finde diese Art der Zusammenfassung der Fakten als Abenteuerroman, ob bestätigt oder nicht, sehr gelungen. Eines hat der Autor mit dem Buch geschafft: auch ich befinde mich nun auf den Spuren von B. Traven.
Dieser Roman ist für alle, die sich ihre Neugier erhalten haben. 





Samstag, 30. Dezember 2017

Die Kuckuckstochter - A. van Groen - Rezension

Titel: Die Kuckuckstochter
Historischer Roman
Verlag: Independently published
Erscheinungsdatum: 21. Dezember 2017
Autor: A. van Groen
ISBN 9781976705373
627 Seiten als Taschenbuch


Inhalt

Der Roman spielt im 17. Jahrhundert in Polen. Die junge Juljana verliert durch den Krieg ihren Vater und soll einen Mann heiraten, den sie nicht liebt. Die unliebsame Alternative ist es, den eigenen Hof zu verlassen und den Magnaten Stealmach zu begleiten. Doch auf dessen Burg findet sie keine Ruhe und flieht. Auf der Flucht begegnet sie Cecil. Diese versucht Juljana jedoch für ihre eigenen Pläne zu begeistern. Als diese plötzlich durch einen Unfall stirbt, nehmen die Ereignisse in Juljanas Leben einen scheinbar unaufhaltsamen Lauf.

Hauptpersonen

Die Protagonistin in diesem Werk ist die anfangs 18-jährige Juljana Lobrow. Sie ist trotz der unruhigen Zeit und ohne Mutter behütet aufgewachsen. Die neuen Erlebnisse, bei denen sie auf sich allein gestellt ist, lassen sie wild und ungestüm handeln.

Der Magnat Mylan Stealmach, der sich für die nunmehr verwaiste Juljana verantwortlich zeigt, ist hin- und hergerissen zwischen seinem Stolz, seinem Stand, seinen eigenen Erlebnissen und der Verantwortung, die er nun einmal als Magnat trägt. Mit seinen Ecken und Kanten ist es für ihn nicht einfach, der teils aufmüpfigen Juljana den notwenigen Raum zu geben.

Meine Meinung

Bei dem Roman Die Kuckuckstochter handelt es sich um einen historischen Roman. - Auch wenn ich nicht in der Zeit des 17. Jahrhunderts in Polen aufgewachsen bin, so kann ich mich - dank der Beschreibung und der wohlformulierten Sätze - gut in diese Zeit hineinversetzen. Ich fühle mich hineinversetzt in eine Zeit, in der große Strecken mit Pferden zurückgelegt werden mussten. Eine Zeit, in der man auf den Markt ging, um Waren zu tauschen oder zu erwerben. Eine Zeit der Kriege, wo Macht und Herrschaft eine übergeordnete Rolle spielten. Eine Zeit, in der es oft ums nackte Überleben geht.
Die Handlungen der Charaktere sind dabei für mich stets nachvollziehbar, auch wenn sie teilweise echten Mut erfordern. Dabei handeln die Personen stets authentisch zu ihrem Charakter.

Liebhaber historischer Romane kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten. Der Roman ist zudem unterhaltsam geschrieben. Die sprachliche Gestaltung ist angenehm, erscheint mir für das 17. Jahrhundert manchmal modern. - Was der Stimmung beim Lesen aber keinen Abbruch tut.

Die Geschichte an sich lebt vom Inhalt und ihren lebendigen Charakteren. Die Kuckuckstochter ist so geschrieben, dass man sich jederzeit in die Geschichte einfinden und sie hautnah miterleben kann.

Fazit

Die Kuckuckstochter ist bereits während des Lesens zu einem meiner Lieblingsbücher geworden. Das Leben der jungen Juljana zu verfolgen, ist äußerst kurzweilig, spannend und stets interessant. Ich freue mich auf Band 2 der Stealmach-Saga und bin schon ganz gespannt, wie es weiter geht. Zumal mir auch alle anderen Charaktere in der Geschichte ans Herz gewachsen sind.


Montag, 25. Dezember 2017

Rosie M. Clark - Das Salzmädchen - Rezension

Rosie M. Clark
Das Salzmädchen
Verlag: Bastian Wildenhues
ISBN: 9781973380979


Inhalt:

Nur ein mallorquinischer Traum? Oder Realität? 
Als Ellas Großmutter stirbt und ihr im letzten Atemzug einen Hinweis auf ihre Mutter gibt, reist Ella überstürzt nach Mallorca. Ohne zunächst zu wissen, nach was sie fragen soll, wonach sie schauen muss und ohne ein Wort Spanisch zu sprechen, wird sie zu allem Überfluss noch bestohlen und muss länger, als ihr zu diesem Zeitpunkt lieb ist, auf der Insel verweilen. Das Geschwisterpaar Miguel und Rosa sind ihr behilflich und sie kann bei der Familie bleiben, bis sie sich um Ersatzpapiere und den Rückflug gekümmert hat. 
Betitelt als Salzmädchen und um keinen Hinweis auf ihre Herkunft reicher, reist sie zurück nach Heidelberg, nur um dort weitere Details zu erfahren und sie wiederholt nach Mallorca reisen zu lassen.

Meine Meinung:

Nun kann ich wirklich gut nachvollziehen, dass Ella, die Protagonistin, total erpicht darauf ist, mehr über ihre Herkunft, über ihre Mutter, zu erfahren. Doch dass sie dermaßen Hals über Kopf nach Mallorca reist, ohne einen Plan oder Anhaltspunkt, ist doch eher lebensfremd. Zumal Ella als schüchtern und zurückhaltend gilt. Und trotzdem steigt sie allein in ein Flugzeug und hat keine Idee, wo und wie sie anfangen soll mit ihrer Suche. 

Und doch bewundere ich ihren Tatendrang, ihre Unermüdlichkeit. - Auch wenn sie bei scheinbar ausweglosen Situationen wegläuft, so fängt sie sich schlussendlich immer wieder. 

Die Geschichte ist sehr romantisch und gefühlvoll geschrieben. Die Liebe zu der Insel, zu den Bewohnern und auch die Liebe der Protagonistin zu den Eltern, zur Großmutter und letztendlich zu ihrer wahren Liebe werden lebensecht beschrieben. 

Ich habe das Gefühl, ich sitze mit der Familie und Freunden zusammen und feiere oder ich leide mit den Beteiligten vor Liebeskummer und ja, auch die Arbeit lässt mich nicht ungeschoren davon kommen. Die frische Farbe kann ich förmlich riechen. 

Mit der Geschichte ist der Autorin ein wirklich grandioses Erstlingswerk gelungen. Gerne lese ich wieder von ihr.

Fazit:

Wer keine Scheu vor Liebe, Romantik und Tatendrang hat und vor Herausforderungen nicht zurückscheut, findet hier eine ebenbürtige Protagonistin vor. 

Samstag, 9. Dezember 2017

Als Dein Blick mich traf - Nicole Jacquelyn - Rezension

Als Dein Blick mich traf 
Roman
Bastei Lübbe Taschenbuch
ISBN 978-3-404-17651-9
Erscheinungstag: 24.11.2017
Nicole Jacquelyn


Die wichtigsten Personen in dem Buch Als Dein Blick mich traf sind Ani und Bram.

Ani ist im Alter von 16 Jahren von denselben Pflegeeltern adoptiert worden, die auch Bram und seinen Zwillingsbruder Alex adoptiert hatten. Bram und sein Bruder waren bereits erwachsen, so dass sie nicht mit Ani gemeinsam unter einem Dach aufwuchsen, doch durch die enge Familienbande stets in Kontakt standen.

Ani reagiert oft schroff und lässt sich nicht gern in die Karten gucken. Mit Bram gerät sie bei Treffen stets aneinander. Das ist auch Jahre später noch so, als Ani 30 Jahre alt und längst erwachsen ist.

Bram hält sehr an seinen Werten fest und ist davon mehr als überzeugt. Er wirkt deshalb stur und eigenbrödlerisch. Wenn er Ani mit anderen männlichen Familienmitgliedern - in beispielsweise einer Umarmung - sieht, wird er eifersüchtig.

In dem Roman geht es um Konfliktlösung innerhalb einer werdenden Beziehung. Im Blickpunkt steht dabei stets der Kinderwunsch.

Blickt man auf die Anekdote, die über die Schriftstellerin Nicole Jacquelyn bekannt ist, verwundert das auch nicht.

"Als Nicole Jacquelyn mit acht Jahren gefragt wurde, was sie mal werden wolle, antwortete sie mit: Mutter. Mit zwölf Jahren änderte sich ihre Antwort zu: Autorin. Diese Ziele hat sie konstant verfolgt. Zuerst wurde sie Mutter, und während ihres Abschlussjahres am College - mit einem Kind in der ersten Klasse und dem zweiten in der Vorschule - schrieb sie ihren ersten Roman." - Bastei Lübbe über die Autorin

Der Roman ist so aufgebaut, dass jeweils abwechselnd aus der Sicht von Ani und Bram in der Ich-Form erzählt wird. Auf diese Weise lässt die Autorin zu, dass wir den Gefühlen und Gedanken beider Protagonisten näher sind.

Die Geschichte gestaltet sich in drei Sinnabschnitte:  Zuerst lernen wir die Protagonisten kennen, im zweiten Abschnitt kommen Ani und Bram sich näher und im letzten Teil erfahren wir mehr über die Hintergründe und Zusammenhänge zu den Konflikten in der Beziehung.

Dabei sind die Handlungen der Charaktere stets nachvollziehbar und mit den Personen authentisch. Der Schreibstil ist flüssig und gut verständlich. Die Sätze sind präzise und umgangssprachlich modern gehalten.

Dieser Roman hat eine Jugendfreigabe ab 16 Jahren, denn auch die Szenen der Liebe sind präzise formuliert.

"Wenn wir Sex ohne Gummi haben, schläfst Du aber mit niemand anderem." Seite 115

Meine Meinung:
Mir hat das Buch von Anfang an Freude bereitet. Der Erzählstil -  vor allem im Wechsel zwischen den Protagonisten - ist flüssig und ich muss mir um die ganzen Personen rundherum keine Gedanken machen: Falls ich  mal vergessen habe, wer mit wem wie in Verbindung steht: Die Autorin hat einen Stammbaum vorbereitet. Darin ist auch bereits der erste Band Als mein Herz zerbrach eingearbeitet - die enthaltenen Personen werden uns wieder begegnen. Die Serie heißt Unbreak my heart und wird weiter fortgeführt.

Zur Geschichte kann ich sagen, dass sie sehr lebhaft geschrieben ist. Wenn alle gemeinsam am Abendbrottisch sitzen, habe ich das Gefühl, dabei zu sein, mit den Familienmitgliedern zu erzählen, zu lachen und zu weinen.

Dieses Buch ist für alle geeignet, die alt genug sind (Altersfreigabe beachten) und sich unterhalten wissen wollen. Ein emotionaler Roman der einen mitnimmt.

Ich freue mich schon auf die weiteren Bände dieser Serie.












Samstag, 4. November 2017

Margarete von Schwarzkopf - Der Moormann

Margarete von Schwarzkopf befindet sich derzeit auf eigener Lesereise. Unterwegs ist sie mit ihrem Krimidebüt Der Moormann. Die Premierenlesung fand am 17. Oktober 2017 in Hannover statt und bei ihrer dritten Lesung, am 29. Oktober 2017 in Braunschweig im Hotel Deutsches Haus, durfte auch ich zu Gast sein.

Da warte ich noch gespannt auf den Beginn der Lesung
Foto: Cornelia Fett
Margarete von Schwarzkopf moderiert zahlreiche Lesungen anderer Autoren und es gelingt ihr mühelos, sich selbst und ihr Buch vorzustellen.

Im Rahmen der Lesung erfahren wir auch ein wenig über Margarete von Schwarzkopf selbst und wie viel von ihrer eigenen Person zwischen den Seiten ihres Krimis Der Moormann steckt. Die Geschichte spielt auf verschiedenen Zeitebenen. In der Gegenwart ist Anna Bentorp die Protagonistin. Drei Dinge hat sie mit Margarete von Schwarzkopf gemein: sie ist unendlich neugierig, sie interessiert sich vor allem für die Geschichte von England und Irland und sie sammelt leidenschaftlich gerne Kaffeebecher.

Während der Lesung erfahren wir immer mehr persönliche Details von Margarete von Schwarzkopf und zahlreiche geschichtliche Anekdoten. Einige werden uns auch im Buch Der Moormann wieder begegnen.

Margarete von Schwarzkopf ist in München und Bonn aufgewachsen. Sie ist katholisch und hat - vor gefühlten 100 Jahren - einen Sohn vom Hof geehelicht. Es war eine ökumenische Hochzeit seinerzeit und das war in den 70er Jahren noch sehr ungewöhnlich. Die Menschen im Dorf munkelten, sie müssten wohl heiraten, doch Margarete von Schwarzkopf war zu diesem Zeitpunkt nicht schwanger.

An diesem Hof stand ihr eine Person stets zur Seite. Und dieser Person widmet sie in dem Buch Der Moormann die Figur der  Anke Kück. Nicht alle Eigenschaften und auch nicht der Ehemann der Anke Kück sind wahr. Doch viele Merkmale gehören zu eben dieser realen Person, die im wirklichen Leben natürlich ganz anders heißt.

Auch wenn Margarete von Schwarzkopf zum Zeitpunkt der Eheschließung nicht schwanger war - im Laufe der Jahre schenkte sie sechs Kindern das Leben.

Ihr ältester Sohn beispielsweise heißt Richard. - Ihr Schwiegersohn heißt Richard (englische Sprachweise). Und ihr Sohn Richard - Jurist - beschwerte sich bei seiner Mutter Margarete von Schwarzkopf, dass ihre Helden in den Büchern immer andere Namen tragen und nie Richard heißen. So machte sich die Autorin Gedanken, wie sie einen wirklich finsteren Bösewicht und Mörder namens Richard in die Geschichte einbinden könnte. Doch während sie schrieb, wurde Richard zu einer gutaussehenden, angenehmen Person. Und auch ihr Sohn intervenierte dringend, dass sie ja keinen Mörder aus ihm in der Geschichte machen sollte. - So wurde Richard in ihrer Geschichte zu einem Antiquariatsbesitzer in Hannover.

Nebenbei sei bemerkt, dass sich die Lektorin auch ein wenig in die Figur des Richards "verliebt" hat. Er soll unbedingt wieder in einem nächsten Buch von Margarete von Schwarzkopf mitspielen.

Auf dem Weg zur Lesung im Hotel Deutsches Haus, Braunschweig
Foto: Cornelia Fett
Der Moormann lebt zudem von historischen Hintergründen in der Zeit Georg III. Georg III. hat in seinen "hellen" Momenten Aufträge gegeben, Karten von Regionen anzufertigen. Und eben um diese Karten geht es auch in Der Moormann.

Damals, 1714, so erzählt Margarete von Schwarzkopf, ging Georg I. nach England. Georg I. genauso wie sein Nachfolger Georg II. reisten oft nach Hannover. Ganz im Gegenteil zu Georg III. Dieser reiste nie nach Hannover. Aber eben dieser ließ diese Karten anfertigen. Er mochte die Landwirtschaft. Georg III. wurde deshalb auch Farmer George genannt. Georg III. stammt zwar aus dem Königshaus Hannover, wurde aber in England geboren und wuchs englischsprachig auf. Er litt an einer Form der Geistesgestörtheit - heute nimmt man an, er litt unter Porphyrie. Dies ist eine Stoffwechselerkrankung, die schwer nachweisbar ist. Sie kann vererbt sein oder erworben werden (beispielsweise durch eine Bleivergiftung). Die erbliche Form tritt meist im frühen Erwachsenenalter auf. Störungen werden durch bestimmte Faktoren wie z.B. Stress, Hunger, Alkohol, Medikamente ausgelöst. Deshalb ist die Erkrankung schwer zu bestimmen.

Jedenfalls in den Zeiten, in denen sich Georg III. wohlfühlte, hat er einiges bewegt und dafür gesorgt, dass auch von Deutschland geografische Karten angefertigt wurden.

Von 1780 gibt es beispielsweise eine riesengroße Landkarte von Bremen bis Stade, die in der British Library ausgestellt ist. Dort, in Berlin und auch in der Leibniz Bibliothek in Hannover sind viele dieser und weiterer Karten ausgestellt. Auf einer dieser Karten entdeckte Margarete von Schwarzkopf auch den Ort Brest-Aspe. Ein Ort, fünf Häuser, eine Bahnstation und mehrere Bauernhöfe. In ihrem Buch Der Moormann ist es Brester Holz.

Margarete von Schwarzkopf stöbert gerne in Antiquariaten. So war sie in London und fand dort in einem Antiquariat eine wundervolle Karte von 1801, angefertigt von John Cary. John Cary war gelernter Kupferstecher und hat sich mit Globen, geografischen Karten und seinem Atlas einen Namen gemacht. Diese Original-Karte aus dem Jahre 1801 sollte den stolzen Preis von 500 Pfund kosten. Das war Margarete von Schwarzkopf zu teuer. - Nicht, dass die Karte es nicht wert wäre, aber 500 Pfund bleiben 500 Pfund. Eine reizende junge Dame, die in dem Antiquariat beschäftigt ist, erkundigte sich bei Margarete von Schwarzkopf, ob es denn die Karte sein soll. Margarete von Schwarzkopf erzählte ihr, dass sie sehr interessiert sei, da sie gerade über diese Zeit, über diesen Landstrich, ein Manuskript beim Verlag eingereicht habe und das Buch - Der Moormann - demnächst erscheinen werde. Aber 500 Pfund liegen einfach nicht in ihrem Budget. Die Mitarbeiterin griff zum Telefon und rief den Besitzer des Antiquariats an und schilderte die Situation. Dieser sagte: "wipe out one Zero!" Und  so kostete diese wundervolle Karte aus dem Jahre 1801 nur noch 50 Pfund für Margarete von Schwarzkopf. Da konnte und wollte sie auch nicht mehr nein sagen und erstand die Karte von John Cary.

Rund um das Buch Der Moormann können sicher noch zahlreiche Geschichten und Anekdoten erzählt werden, aber, wie kam es zu dem Buch?

Die Idee zu dem Buch kam Margarete von Schwarzkopf als sie an ihrem vorherigen Buch Traum vom Weltreich arbeitete. Und ein Traum war dann der Auslöser, dass sie den Entschluss fasste, das Buch Der Moormann zu schreiben. Diesen Traum vom Moor: Margarete von Schwarzkopf wandert in ihrem Traum durchs Moor und verirrt sich. Sie trifft auf ein Schloss - ein Schloss im Moor. Eine Katze sitzt davor. Margarete von Schwarzkopf hat keinen Bezug zu Katzen und dennoch folgt sie ihr in das Schloss hinein. Im Schloss angekommen, sieht Margarete von Schwarzkopf sich um: die Wände hängen voll mit geografischen Karten. - Na, wenn das kein Zeichen ist! Und so kam es dazu, dass Margarete von Schwarzkopf die Geschichte Der Moormann zu Papier brachte.

Im Anschluss an ihre Lesung beantwortete Margarete von Schwarzkopf noch Fragen aus dem Publikum und signierte die Bücher ihrer Leser.

Margarete von Schwarzkopf beim Signieren ihrer Bücher
Foto: Cornelia Fett
Nun werde ich es mir mit dem Buch Der Moormann gemütlich machen und wer Lust bekommen hat, das Buch zu lesen: Erschienen ist es im Emons Verlag 2017, ISBN 978-3-7408-0215-8. Es ist 368 Seiten stark und ebenfalls als E-Book erhältlich.

Viel Spaß bei der Lektüre!



Montag, 30. Oktober 2017

Jo Nesbø - Durst

Anlässlich des 10. Braunschweiger Krimifestivals habe ich die Lesung von Jo Nesbø im C1 Cinema besucht. Hier hat er sein neues Buch Durst vorgestellt. An seiner Seite: Margarete von Schwarzkopf und Oliver Mommsen.

Cornelia Fett

Doch zunächst ein kurzer Rückblick:
Am 2. November 2008 war Jo Nesbø bereits beim Braunschweiger Krimifestival dabei und hat dort seinen Krimi Schneemann präsentiert. - Mit genau diesem Buch ist er nun in den deutschen Kinos! - Vielleicht ein toller Einstieg, den Ermittler Harry Hole, in dem es in bereits elf seiner Bücher geht, kennen zu lernen. - Jedenfalls für diejenigen, die noch keinen Harry Hole-Krimi von Jo Nesbø gelesen haben. Schneemann ist der siebte Harry Hole Fall.
Auch 2008 hat Oliver Mommsen den deutschen Part der Lesung übernommen und Margarete von Schwarzkopf die Moderation.

Mit Jo Nesbø
Foto: Cornelia Fett

Begonnen hat alles auf einem Flug nach Australien. Jo Nesbø war Börsenmakler in Norwegen und stand - mit Anfang 30 - zusätzlich fast jeden zweiten Abend mit seiner Folkrock-Band auf der Bühne. Doch irgendwann wollte er dieses "Leben auf der Überholspur" nicht mehr weiterführen und nahm sich ein halbes Jahr Auszeit durch unbezahlten Urlaub. In dieser Zeit wollte er ein Buch über sein Leben mit der Band "Di Derre" (zu deutsch: "Die da") schreiben. Doch auf seinem Flug nach Down Under kam ihm die Idee einen Krimi zu schreiben. Einen Krimi über einen Ermittler, der keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen Regeln und Gesetze macht und stets auf der Suche nach Gerechtigkeit ist: Harry Hole. Und so entwickelte er diesen sympathischen Kommissar, der in seinen Grundzügen ein wenig an Batman - den Fledermausmann - erinnert. Auch Harry Hole wurde verletzt, Rache und Gerechtigkeit werden bei ihm groß geschrieben. Und so heißt der erste Harry Hole Fall passenderweise Der Fledermausmann.

Glücklicherweise ist Oslo - so sagt der Autor - 90 % friedlich und lediglich 10 % Gotham City. - Bei dieser Gelegenheit erinnert Jo Nesbø an das schlimme Norwegen Massaker vor einigen Jahren. Am 22. Juli 2011 hatte Anders Behring Breivik vor dem Bürogebäude des Ministerpräsidenten in Oslo eine Autobombe gezündet und setzte anschließend mit dem Boot auf die Insel Utøya über und tötete dort 67 Menschen durch Schüsse. Weitere acht Opfer kamen durch den Bombenanschlag ums Leben, eine Person auf der Insel starb durch einen Sturz vom Felsen, eine weitere Person ertrank auf der Flucht. Dieser Anschlag zeigt, dass "der Feind auch im Inneren lauert" und nicht nur von außen hinein kommt. 

Tisch der Buchhandlung Graff
Foto: Cornelia Fett

Wie aber kam Jo Nesbø zu seiner Idee für seinen neuesten Harry Hole Fall? 

Jo Nesbø lebt in Oslo und hat von seiner wunderschönen Wohnung aus einen atemberaubenden Blick über die Stadt. Er hat eine Kaffeemaschine, einen großen Monitor und seine Musik! - Und dennoch ist es der einzige Ort auf der Welt, an dem er nicht schreiben kann! 
Stattdessen bevorzugt er es, in einem nahen Café an seinem Lieblingsplatz seinen Laptop aufzustellen, die Kopfhörer einzustöpseln und seine Musik zu hören. - Sollte sein Lieblingsplatz mal besetzt sein, so setzt er sich gut sichtbar hin und schaut diese Person die ganze Zeit über an, bis diese den Tisch verlässt und Jo Nesbø an seinem Lieblingstisch Platz nehmen kann. - 
Irgendwann im Laufe der Zeit, an dem er an seinem Tisch sitzt und Musik hört, gewinnen die Gespräche an den Nebentischen sein bevorzugtes Interesse und er macht die Musik immer leiser und lauscht den Stimmen. An den Nachbartischen sitzen oft Pärchen - oder zumindest Menschen, die auf der Suche nach einem Partner, Flirt oder mehr sind. Viele lernen sich über die Dating App Tinder kennen und verabreden sich zum ersten Mal in diesem Café. 
Viele sind anfangs sehr schüchtern und unterhalten sich - gefühlt stundenlang - über beispielsweise Gartenarbeit. Andere wieder sind schonungslos offen und reden gleich darüber, welche Art von Sex sie bevorzugen. 

Da war sein Interesse für die Dating App geboren. Doch selbst anmelden wollte Jo Nesbø sich dort nicht. Zu Recherchezwecken hat seine Bekannte sich dort angemeldet und er durfte ihr "Flügelmann" sein. So stürzten sie sich sozusagen in den "War of Love" - den Krieg der Liebe. 

Margarete von Schwarzkopf, Jo Nesbø und Oliver Mommsen im Gespräch
Foto: Cornelia Fett

Doch wodurch kommen die Opfer um in dem neuen Buch Durst? - Hier geht es um Vampirismus. Ein wenig verbreitetes Thema, da diese Fälle häufig mit Schizophrenie oder möglichen anderen Psychosen einhergehend abgehandelt werden. Bezeichnet wird diese Krankheit manchmal als Renfield Syndrom - nach einer Person in Bram Stokers Dracula. Auch wenn dieser sich an dem Genuss tierischen Blutes durch das Essen von Insekten labte. 

Beim Vampirismus geht es darum, seinen Durst durch Blut zu stillen, vielleicht auch die Intimität, jemanden in sich aufzunehmen und auch sich mittels des Blutes des anderen zu schützen sowie dessen Kraft aufzunehmen. 

Jo Nesbø warnt jedoch zur Vorsicht: Blut ist sehr eisenhaltig und kann bei übermäßigem Genuss die Leber schädigen! 

Der bekannteste Fall von Vampirismus ist sicherlich die brutale Serie an Morden und Mordversuchen des Peter Kürten. Er galt als der "Vampir von Düsseldorf". Peter Kürten starb am 2. Juli 1931 in Köln. - Aber seine Geschichte lebt weiter. So z.B. in Stephen Kings "Brennen muss Salem" oder auch in John Katzenbachs "Das Rätsel". 

Wer, wenn nicht Harry Hole, könnte also einen solchen Serienmörder stellen?
Sicher, Harry Hole ist in die Jahre gekommen. Er hat seinen Job als Kommissar "an den Nagel gehängt" und ist nunmehr als Dozent tätig. Er ist nicht nur älter geworden, sondern auch verletzlich. Harry Hole ist glücklich verheiratet und verbringt viel Zeit mit seinem Stiefsohn. Durch diese Beziehungen ist er verletzbar. - Leider ist Harry Hole aufgrund seiner Vergangenheit auch erpressbar. Und, da er noch dazu der einzige zu sein scheint, der den Mörder aufhalten und stellen kann, übernimmt er einen weiteren Fall.

Viel Spaß bei der Lektüre des elften Falls für Harry Hole!

Mit Oliver Mommsen
Foto: Cornelia Fett

Eins noch: Es wird einen weiteren Fall für Harry Hole geben!
Jo Nesbø arbeitet gerade an zwei neuen Werken: Im nächsten Jahr erscheint zunächst Macbeth, ein Thema, dass er sich aus Shakespeare ausgesucht hat. Und deshalb wird leider erst 2019, spätestens aber 2020 der neue Harry Hole Krimi erscheinen.

Jo Nesbø erschien extra eine Stunde vor der Lesung, um alle Signaturwünsche erfüllen zu können
Foto: Cornelia Fett


Quellennachweis:
Literatur Niedersachsen - Lesung Schneemann
Anschlag in Norwegen 2011
Renfield-Syndrom
Peter Kürten