Sonntag, 11. Februar 2018

Die kleine Hexe - Hörspiel - Rezension

Titel: Die kleine Hexe
Original-Hörspiel zum Film
Autor: Otfried Preußler
Laufzeit: 1 h 40 Minuten auf 2 CDs
erschienen bei DAV Der Audio Verlag
ISBN 978-3-7424-0063-5



Der Weltbesteller Die kleine Hexe von Otfried Preußler wurde mit Karoline Herfurth in der Hauptrolle verfilmt. Momentan läuft der gleichnamige Film in den deutschen Kinos und Der Audio Verlag hat das Original Filmhörspiel herausgebracht. Auf 2 CDs mit rund 100 Minuten Laufzeit hören wir, wie die kleine Hexe - getragen durch ihren Wunsch, mit den anderen Hexen auf dem Blocksberg zu tanzen - nunmehr versucht, eine gute Hexe zu sein. Ein Jahr lang hat sie Zeit sich zu beweisen und muss obendrein noch alle Zaubersprüche aus dem Hexenbuch lernen.

Die Inlays der CD-Hülle sind - ebenso wie die beiden CDs - mit Bildern aus dem Film versehen. Die CDs haben jeweils eine Laufzeitlänge von 50 Minuten und laufen unterteilt mit 15 bzw. 16 Tracks.


Die Erzählstimme der Zwischentexte wird von Marion Martienzen gesprochen. Auffallend hierbei ist, dass die Erzählstimme ebenso lebhaft gesprochen wird, wie die Charaktere auf dem Hörspiel zu hören sind. So bleibt auch bei spannungsgeladenen Momenten im Hörspiel die Stimmung während der Erzählmomente erhalten. Untermalt wird das Hörspiel von Musik und passenden Geräuschen wie beispielsweise Gelächter und Vogelgezwitscher.

Die Stimmen im Hörspiel sind gleich den Stimmen und Darstellern aus dem Film. Karoline Herfurth ist die kleine Hexe, der Rabe Abraxas wird von Axel Prahl gesprochen und die Hexe Rumpumpel wird von Suzanne von Borsody gesprochen und gespielt.

Das Hörspiel ist so gut gestaltet, dass ich die Szenen bildhaft vor Augen habe. Es ist, als müsste ich mich mit erschrecken, wenn plötzlich Rumpumpel neben der kleinen Hexe auftaucht oder als würde ich mit Vroni und Thomas durch den Wald streifen.

Das Filmhörspiel ist für alle geeignet, die die Geschichte der kleinen Hexe statt zu sehen oder zu lesen als Hörgenuss erleben möchten. Dabei ist es nicht notwendig, vorher das Buch gelesen oder den Film gesehen zu haben.

Gleichwohl werde ich mir nächste Woche den Film im Kino ansehen.

Samstag, 10. Februar 2018

Klavierstunde - Joan Weng - Rezension

Titel: Klavierstunde
Autor: Joan Weng
Verlag: Digital Publishers GmbH
ISBN 978-3-96087-316-7
30 Seiten
Erstausgabe: Februar 2018


Klappentext:


"Ich bin des Mordes schuldig, und noch heute, nach all den Jahren, stehe ich manchmal starr im Angesicht meiner Sünde, frage mich nur eines: Warum? Wieso? Wie konnte es soweit kommen?"

Zum Buch


Bei Joan Wengs neuestem Werk handelt es sich um eine Kurzgeschichte, einem sogenannten Booksnack. Die Autorin entführt uns in die Klavierstunde in die Zeit der 50er Jahre und beschreibt darin das Schuldempfinden. Wieviel Schuld trägt ein einzelner? Welche Last bürdet man sich selbst auf? Eigens angetane Schuld verjährt nie. Dieser Makel bleibt für immer!

Die Charaktere in diesem Booksnack werden eindrucksvoll und bildhaft beschrieben. Trotzdem es viele Charaktere für solch eine Kurzgeschichte gibt, können sie leicht zugeordnet werden.

Die Protagonistin ist ein 10 Jahre altes Mädchen namens Trudi. Sie nimmt neben Ballettunterricht auch Klavierstunden. Trudi versucht mit der unbeliebten Lotte, der Tochter des Warenhausbesitzer Zeidler, befreundet zu sein. Und Trudi verliebt sich in den kriegsversehrten Konzertpianisten, Ihren  Klavierlehrer, Herrn Büchle. Trudi lebt für ihre Klavierstunden.

Die Gesamthandlung und der sprachliche Ausdruck passen zu der Zeit der 50er Jahre. Auch die Handlungen der Charaktere sind nachvollziehbar und die Personen authentisch. Joan Weng  versteht es auf diesen wenigen Seiten eine nachvollziehbare Handlung und eine Spannung aufzubauen, die bis zum Schluss alle denkbaren Möglichkeiten zulässt.

Dieses Werk ist für alle geeignet, die sich gerne auch mal nur kurz unterhalten fühlen wollen und sich trotzdem im Nachhinein gerne mit der Geschichte und deren Impulse gedanklich auseinandersetzen möchten.

Die Geschichte Klavierstunde von Joan Weng hat mich mehr als gut unterhalten. Noch immer denke ich an Trudi und natürlich auch an Lotte.


Zur Autorin


Joan Weng promoviert derzeit in Germanistik. Sie ist Mitglied der GEDOK und Leiterin des Blogs der 42er Autoren, zu finden unter www.zweiundvierziger.de. Im Aufbau Verlag sind von ihr bereits die beiden Krimis Feine Leute und Noble Gesellschaft erschienen ebenso wie der Liebesroman Das Café unter den Linden.


Sonntag, 4. Februar 2018

Rebekka Gohla - Beziehungsstatus: Ich mag Kekse - Rezension

Titel: Beziehungsstatus: Ich mag Kekse
Keine Anleitung zum Singlesein
Verlag: Brunnen
Autor: Rebekka Gohla
Erscheinungsdatum: 5. Januar 2018
Seiten: 158
ISBN: 978-3-7655-4329-6


Klappentext:


"Bist Du sehr unglücklich?", fragt mich die ältere Dame aus meiner Gemeinde und sieht mich dabei teilnahmsvoll an. Ich stutze irritiert, weil ich nicht weiß, welche Tragödie mir entgangen ist. Aber als sie dann treuherzig erklärt: "Ich bete für dich, dass du bald einen Mann findest!", da ahne ich, was in meinem Leben offenbar gehörig schief läuft: Ich bin Single.

Genau. Ich bin Single - und trotzdem verfalle ich nicht (immer) in Weltuntergangsstimmung. Wie man das schaffen kann? Keine Ahnung! Aber ich erzähl einfach mal, wie das bei mir so läuft: mit Selbstgesprächen, erträumten Au-pairs für Singles, wichtigen Freundschaften, Dates & anderen Katastrophen - und was Jesus mit alldem zu tun hat!

Personen:


Die Hauptperson, um die es in dem Buch geht, ist die Autorin selbst: Rebekka. Dabei handelt es sich nicht um eine Biografie, sondern um die Stellung in der Gesellschaft als Single. Rebekka schildert recht lebhaft wahre Erlebnisse und Begebenheiten, die amüsant zu lesen sind. 

Inhalt: 


In dem Buch Ich mag Kekse von Rebekka Gohla geht es darum, dass ein Mensch ein vollwertiger Mensch ist, auch wenn er nicht in einer Beziehung steckt. Rebekka Gohla zeigt auf, dass die Gesellschaft - und auch die christliche Gemeinde nimmt sich da nicht aus - noch immer das Bild hat, dass man einen Partner findet, möglichst schnell heiratet und Kinder bekommt. Erst dann gehört man makellos in die Gesellschaft. 

"Wenn sie das Gefühl erhalten, das Ziel (nämlich Ehe und Familie) noch nicht erreicht zu haben, hängen damit auch immer Scham und Unsicherheit zusammen - was falsch ist, weil der Lebensstil als Einzelstück nichts Falsches ist." - Seite 129

Rebekka Gohla erzählt in Ich mag Kekse über ihr Dasein als Single, über ihr Zusammentreffen mit Paaren, über die Hürden, die ein Single im gesellschaftlichen Leben nehmen muss, über Partnersuche und erste Dates und darüber, wie es sich mit dem christlichen Gedanken und ihrem Singledasein verhält.
Dabei kommt bei der Lektüre der Humor nicht zu kurz. 

Meine Meinung:


Rebekka Gohla hat eine wundervolle Art über ihr Dasein als Single zu erzählen. Die Erlebnisse sind so bildhaft dargestellt, dass ich beim Lesen das Gefühl habe, wirklich dabei zu sein. 
Rebekka Gohla schafft es mit Humor das Singledasein zu beleuchten und lässt dabei auch nicht die verschiedenen Pärchentypen aus. 

"Aber: Ich habe gelernt, nicht für andere zu antworten. Das können die selbst. Paar Nummer 3.1 hingegen verlernt das nach der Hochzeit." - Seite 50

Fazit:


Das Buch ist für Singles als auch für Nicht-Singles geeignet.
Ich mag Kekse ist eine humorvolle, unterhaltsame und hintergründige Nicht-Anleitung und erzählt auf bildhafte und lebhafte Art und Weise, was einem als Single so alles widerfahren kann. 
Das Buch zu lesen, war ein Genuss.

Sonntag, 28. Januar 2018

Magische Bücher - Daphne Unruh - Rezension

Titel: Magische Bücher
Autor: Daphne Unruh
erschienen als ebook
59 Seiten


Klappentext 


Mira liebt Bücher über alles. Ihr Bett vor dem riesigen Bücherregal ist der herrlichste Ort auf der Welt. Von hier aus erlebt sie die unglaublichsten Abenteuer. Als sie in einer Online-Leserunde ihre Lieblingsautorin kennenlernt, ahnt sie nicht, was das für Folgen haben kann. Plötzlich scheinen sich die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit zu verwischen …



Charaktere und Inhalt


Die wichtigsten Personen in dieser Geschichte sind Mira und Taria, zwei Leserinnen auf Lovelybooks, und Daphne, die Autorin phantastischer Bücher - unter anderem der Reihe Zauber der Elemente
Mira und Taria haben sich so sehr gewünscht, in die Bücherwelt einzutauchen, dass Daphne ihnen gestattet in die magische Welt der Bücher einzutreten. - Gewarnt hat sie die beiden vorher, dass sich die Wirklichkeit mit der Fiktion verweben könnte. Doch auch Daphne selbst hält Einzug in die Magie der Geschichte.



Meine Meinung


Die Geschichte Magische Bücher spielt in der magischen Welt, in der auch die Reihe Zauber der Elemente von Daphne Unruh spielt. Man muss diese Reihe nicht gelesen haben, um Magische Bücher zu lesen, aber nun bin ich Feuer und Flamme auch diese zu lesen. Magische Bücher hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist leicht verständlich und jeder, der jungen Herzens ist und gerne liest und in magische Geschichten eintaucht, bekommt hier eine phantastische Geschichte erzählt. 
Gerne begebe ich mich wieder mit Mira, Taria und Daphne auf die Reise und bin gespannt, was wir erleben.


Persönlicher Bezug


Für mich hat die Geschichte Magische Bücher auch einen ganz persönlichen Bezug. Erstmal begebe ich mich gerne in Geschichten, die in einer magischen Welt mit Büchern spielen und außerdem war ich bereits an dem realen Ort in der Geschichte: dem Völkerschlachtdenkmal in Leipzig. Es ist wundervoll, diesem Ort auf diese zauberhafte Art und Weise wieder zu begegnen. 


Die Autorin


Daphne Unruh wurde in Berlin geboren und studierte dort Kunst, Kreatives Schreiben und Drehbuch. Seitdem illustriert sie Bücher, zeigt ihre bunten Wimmelbilder in diversen Ausstellungen in Berlin und Brandenburg und denkt sich fantastische Geschichten aus. Die Ideen dazu begegnen ihr in Catlantis. Das ist ein magischer Ort in der realen Märkischen Schweiz, wo die Autorin mit ihrer Familie und ihrer roten Katze in einem kleinen Haus mit großem grünem Dschungelgarten zu Hause ist.
Quelle: amazon



Quellen:
Daphne Unruh auf amazon

Lotte in London - Victoria Benner - Rezension


Titel: Lotte in London
Autor: Victoria Benner
Verlag: epubli
Erscheinungsdatum: 15. Oktober 2017
438 Seiten
ISBN 978-3745030891


Lotte in London ist der dritte Band um Charlotte Grottinger und Tom Donoghue.
Lotte in London kann unabhängig davon gelesen werden, ob man die ersten beide Bände bereits kennt. Dabei ist es dann hilfreich, bestimmte Dinge einfach zu akzeptieren und nicht zu hinterfragen.
Wer unsere beiden Protagonisten aber so gut es geht kennenlernen möchte, liest gleich alle drei Bände.

In Band 1 Schattensprung lernen sich Charlotte und Tom kennen und in Band 2 Wiedersehen in Berlin treffen sie wieder aufeinander. Nun, in Band 3 Lotte in London, ziehen sie in ein gemeinsames Zuhause.

Charaktere:


Charlotte Grottinger ist eine sehr sensible junge Frau. Um sich selbst zu schützen, baut sie immer wieder Mauern um sich auf. Dass diese dann mit Getöse einstürzen, wenn es gilt diese Konflikte zu lösen, ist vorprogrammiert. Sie wäre schließlich nicht Charlotte, wenn es nicht so wäre.
Charlotte, auch Lotte genannt, hat eine Tochter namens Regan.

Tom Donoghue ist ein gefeierter Filmstar. Wo er auftaucht, herrscht Blitzlichtgewitter und Journalisten wollen sämtliche Fragen beantwortet wissen. Auch wenn ihm der Rummel um seine Person manchmal zu viel ist, weiß er doch, dass er ihn braucht um im Filmgeschäft weiter zu kommen.

Inhalt:


Charlotte Grottinger zieht mit ihrer Tochter Regan nach London. Tom hat für die drei ein Haus ausgesucht und gekauft - doch Charlotte ist zunächst wenig begeistert. Auch die ständige Belagerung durch die Journalisten ist ihr ein Dorn im Auge und ihre Tochter Regan kann die Presse auch nicht leiden.
Als dann auch noch die Schulfrage für Regan zu klären gilt, und die Meinungen weit auseinandergehen, hängt der Haussegen vollends schief.

Meine Meinung:


Die Charaktere sind eigenständige Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten. Die Gesamthandlung ist schlüssig dargestellt. Da passt alles ins Bild. Lotte schlägt manches Mal ganz schön über die Stränge, aber so ist sie eben nun mal. Die Geschichte lässt sich sehr gut lesen. Der Schreibstil ist klar und verständlich und passend zum Inhalt. Die Geschichte an sich ist lebendig und so geschrieben, dass ich das Gefühl hatte, dabei zu sein und Anteil an den Geschehnissen und Erlebnissen rund um Lotte nehmen zu können.

Fazit:


Ich habe die Geschichte geradezu verschlungen und mir im Nachgang noch die Leseproben zu Schattensprung und Wiedersehen in Berlin durchgelesen. Victoria Benners Schreibstil lässt mich in die Geschichte eintauchen und nimmt mich mit in das Leben der Charlotte Grottinger. Zwischen den Zeilen wird die Geschichte lebendig.

Die Geschichte ist für alle, die sich schon einmal verliebt haben und bereits um die Ecken und Kanten wissen, die ein Partner haben kann.
Die Zielgruppe für diesen Roman ist ab 18 Jahre angegeben.

Über die Autorin:
"Victoria Benner, geboren 1980 in Potsdam, aufgewachsen zwischen Systemen und Ländern, fing aus akutem Mangel an gutem Lesestoff an zu schreiben. Ihre ersten Geschichten, damals noch Science Fiction, veröffentlichte sie zu ihrer Schulzeit. Nach dem Abitur in Südfrankreich begann sie mit Geschichte und später Europäische Kultur und Ideengeschichte in Karlsruhe zu studieren und schloss mit dem Master ab. Im Anschluss veröffentlichte sie parallel zu ihrer Lehrtätigkeit in Deutsch und Fremdsprachen ihren ersten Roman 2015."
Quelle: epubli

Quellen:
epubli - Autor - Victoria Benner

Montag, 15. Januar 2018

Lorenz Stassen - Angstmörder

Am 11. Januar 2018 stellt Lorenz Stassen seinen Thriller Angstmörder bei Leuenhagen & Paris in Hannover vor. Das Buch ist im Heyne Verlag am 9. Oktober 2017 erschienen. Und genau drei Jahre zuvor, am 9. Oktober 2014, hat Lorenz Stassen seinen ersten Satz dieser Geschichte geschrieben:

"Ich hatte gerade einen Elfmeter vergeigt, als es an der Tür klingelte."

Lorenz Stassen bei Leuenhagen & Paris in Hannover


Angstmörder war zunächst als Stand-alone-Krimi geplant. Mit dem Heyne-Verlag ist man überein gekommen, dass die Charaktere nun in einer als 3-Teiler ausgelegten Folge erscheinen werden.

Lorenz Stassen bringt mit Angstmörder seinen Debütroman heraus und das, obwohl er seit bereits 20 Jahren im Geschäft ist: als Drehbuchautor.

Lorenz Stassen ist 48 Jahre alt, lebt in Köln, und da spielt auch die Geschichte aus seinem Buch.

Nun handelt es sich bei dem Buch um einen Thriller. Und das Wichtigste an einem Roman sind bei Lorenz Stassen die Figuren - die Hauptfiguren.

"Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance."

Mit diesen Worten lernen wir die beiden Protagonisten in diesem Thriller kennen:

Nina Vonhoegen ist Referendarin. Sie ist außerordentlich hübsch und gescheit - und leidet unter Dysmelie: einer Fehlbildung von Geburt an. Ein - wie der Autor sagt - "schiefer Ton in einer ansonsten perfekten Melodie".

Nina bewirbt sich bei dem Strafverteidiger Nicholas Meller.

Und so treffen die beiden Protagonisten bei einem Bewerbungsgespräch aufeinander.

Außerdem ist es extrem wichtig, in einem Thriller für Entspannungsmomente zu sorgen. Das weiß Lorenz Stassen aus persönlicher Erfahrung. Schließlich hat er als Drehbuchautor einmal zu einem Horrorfilm beigetragen. Dieser Film wurde bei dem Fantasy Filmfest in München 2001 vorgestellt: die spannendste Szene läuft und das Publikum fängt an zu lachen!!
Drehbuchautor und Regisseur stellten sich anschließend dem Publikum:

"Fandet Ihr den Film gut?" - "Ja, war super!!" - "Aber Ihr habt doch gelacht???" - "Ja, aber es gab ab der Mitte des Films keine Entspannungsmomente mehr!"

- Und da  wurde dann an den spannendsten Stellen im Film gelacht! - Unfreiwillige Komik.

Doch, was wäre ein Thriller ohne die Spannung?

Den Epilog jedenfalls liest der Autor Lorenz Stassen direkt vor der Pause. - Wohl, um uns anschließend einen Entspannungsmoment zu gönnen! Während der Lesung spüre ich förmlich die Ausweglosigkeit der Person in der Geschichte und sitze wie gebannt auf meinem Stuhl. Nur die Stimme des Autors. Die Pausen zwischen den Sätzen und die Pausen nach Betonung schreiender Worte: Jeden Moment erwarte ich Rettung. Rettung für das Opfer im Buch. - Dann Stille. Die Pause beginnt und ich wage anfangs noch nicht mich zu rühren, mich dem Autor auch nur auf Armlänge zu nähern. Ich muss erst einmal zu Atem kommen.


Lorenz Stassen und Cornelia Fett

Nach der Pause erzählt Lorenz Stassen von seinem Werdegang, bevor er Drehbuchautor geworden ist. Lorenz Stassen hat eine Ausbildung zum Chemielaboranten genossen. - Ob das etwas für das Autoren-Sein bzw. -Werden bringt?

"Nun", sagt Lorenz Stassen, "es ist nicht der ideale Beruf um Autor zu werden." Er könnte nun allerdings auch nicht mehr als Chemielaborant arbeiten. "Die Ausbildung zum Chemielaboranten vor der Karriere als Autor ist nicht zweckdienlich, aber auch nicht schädlich."
"Was zählt, ist die Erzählkunst. Und da muss ein Autor erzählen was wahrscheinlich ist und nicht, was möglich ist."

Wieviel Autobiografie steckt denn nun in dem Buch?

Nicholas Meller beispielsweise ist neugierig, kann den Mund nicht halten und stellt gerne mal eine Frage zu viel. - Und genau diese Neugierde hat er mit Lorenz Stassen gemein. - Was dem Autorensein wiederum zweckdienlich ist.

Einen russischen Hintergrund hat Lorenz Stassen allerdings nicht. Für zwei Monate hat er mal in Littauen gearbeitet, kurz bevor sich Littauen von der russischen Föderation gelöst hatte.

Was Lorenz Stassen aufgefallen ist, ist das behinderte Menschen in Russland nicht gut angesehen werden. Sie wurden weggesperrt. So, dass niemand sie sehen konnte. So, dass niemand sie sehen musste.

Obwohl es sich bei Angstmörder um seinen Debütroman handelt, ist die Lesung von Lorenz Stassen professionell. Er erzählt über sich als Autor, über die Idee zum Buch, er liest aus seinem Werk und verrät Details. Lorenz Stassen beantwortet Fragen. Nicht nur zum Ende der Veranstaltung, sondern auch gern zwischendrin. - Fast, als hätte er nie etwas anderes getan.

Und: Lorenz Stassen hat Humor! Und den lässt er zwischendurch auch immer wieder durchblitzen.

So erzählt er bereitwillig auch die Geschichte von Micky Maus:

Micky Maus wird in seiner Danksagung genannt.
Vor drei Jahren, als es mit dem Buch Angstmörder losging, hat Lorenz Stassen ein paar Mal mit seinem Literaturagenten Lars Schultze-Kossack telefoniert. Lars Schultze-Kossak lebt in Hamburg und hat eine außergewöhnliche Stimme. Sie telefonieren nicht oft und bei einem der wenigen Telefonate spricht und spricht Lorenz Stassen vermeintlich mit seinem Literaturagenten und irgendwann stellt sich die Frage: welches Buch? welcher Autor? - Und dann sagte Lorenz Stassen nur ganz trocken: "Ich dachte schon die ganze Zeit, Du klingst wie Micky Maus!". Dabei hatte er die Frau seines Literaturagenten am Ende der Leitung.

"Das hört doch sicher jede Frau gerne", denke ich nur und fange an zu Lachen.

Wer die Chance hat, eine Lesung mit Lorenz Stassen zu besuchen, der sollte diese unbedingt wahrnehmen. Ich freue mich schon auf die Lektüre und bin sicher, es wird spannend, sehr spannend!


Sonntag, 14. Januar 2018

Wer ist B. Traven? - Torsten Seifert - Rezension

Titel: Wer ist B. Traven?
Autor: Torsten Seifert
Roman
Tropen Verlag - Klett-Cotta
1. Auflage 2017
269 Seiten
gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-608-50347-0

Inhalt

Leon Borenstein, ein junger Journalist aus L.A., bekommt die Möglichkeit an das Film-Set in Mexiko zu reisen. Dort wird "Der Schatz der Sierra Madre" gedreht. Eine Verfilmung mit Humphrey Bogart - der zu diesem Zeitpunkt seinen ersten Dreh im Ausland hat. Dies ist jedenfalls die Begründung, mit der Leon 1947 nach Mexiko reist. Tatsächlich soll Leon herausfinden, wer hinter dem Pseudonym B. Traven steckt. Dieser B. Traven ist der Autor der Geschichte "Der Schatz der Sierra Madre" und hält sich, was seine Person angeht, allerorts bedeckt. Niemand hat je B. Traven zu Gesicht bekommen. 

"Es scheint ein Fluch über Traven zu liegen. oder um es genau zu sagen: über allen, die nach ihm suchen." - Seite 14
Personen

Die wichtigste Person in dem Buch ist unser Protagonist Leon Borenstein. Gerade als er glaubt, sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere zu befinden, da wird er auch schon zu einer Reise nach Mexiko abberufen: Leon soll in Erfahrung bringen, wer B. Traven ist.

Von B. Traven hatte Leon zu diesem Zeitpunkt noch nichts gehört. Sein Vorgesetzter Harold Stainer setzt ihn über die wichtigsten Details in Kenntnis - der Rest ist Detektivarbeit.

"Richtig, Borenstein. Aber in jedem guten Journalisten steckt auch ein Detektiv. Während ein guter Detektiv noch lange kein Journalist ist, nicht wahr?" - Seite 12

Meine Meinung

Mein Interesse an dem Buch wurde geweckt, als ich das Cover sah. In seiner Schlichtheit zog es mich in seinen Bann und der Titel als Frage beschäftigte mich: Wer ist B. Traven?
Ich war beruhigt, als ich erfuhr, dass unser Protagonist - genau wie ich - am Anfang dieses Rätsels stand. Auch er hatte zu dem Zeitpunkt, als er sich dieser Frage stellen musste, noch nichts von B. Traven gehört oder gelesen. 
So begab ich mich gemeinsam mit Leon auf die Spuren von B. Traven. 

Die Geschichte ist eine Art Biografie in einen Abenteuerroman verpackt. Viele Gerüchte und Geschichten und sicherlich ein Kern Wahrheit gibt es um die Person hinter dem Pseudonym B. Traven. 

Was und wieviel Leon herausfindet, ist in dem Buch schlüssig dargestellt. Mühelos kann ich der Geschichte folgen, soweit sie sich mit der Thematik selbst befasst. Einzig im mittleren Teil des Buches - der in Wien spielt - wird ein wenig mehr Raum für das Drumherum gelassen. Da drifte auch ich in der Geschichte ab. - Aber so geht es dem Protagonisten auch.

"Nach seiner Rückkehr aus Wien fühlte sich Leon wie ein Schiffbrüchiger, der in einem angeschlagenen Boot auf dem Ozean schaukelt." - Seite 142

Über B. Traven gibt es nicht nur die wildesten Gerüchte und Vermutungen. Wer B. Traven auf die Spur kommt "verabschiedet" sich. Ob Unfallopfer, Auswanderer oder Klinikgast - ein Leben scheint nach der Recherche nicht mehr möglich. 

Und dennoch verfolge ich gespannt diese Geschichte! Der Autor verfügt über einen tollen Schreibstil, der mich abholt und mitnimmt.


Der Autor

Torsten Seifert wurde 1966 in Görlitz geboren. Er studierte in Leipzig und Berlin Betriebswirtschaft und Marketing. Seit 1997 arbeitet er als freier Werbetexter, Konzeptioner und PR-Journalist. 2007 erschien im Self-Publishing sein Roman "Rodeo für Anfänger". Mit dem Manuskript für "Wer ist B. Traven?" gewann er 2017 den Blogbuster-Preis der Literaturblogger. Torsten Seifert lebt und arbeitet in Potsdam-Babelsberg. - Quelle: Klappentext


Fazit

Den Inhalt des Buches halte ich für gut recherchiert. Im Nachgang konnte ich die Beantwortung meiner Fragen um Fiktion oder Wirklichkeit leicht in Erfahrung bringen und finde diese Art der Zusammenfassung der Fakten als Abenteuerroman, ob bestätigt oder nicht, sehr gelungen. Eines hat der Autor mit dem Buch geschafft: auch ich befinde mich nun auf den Spuren von B. Traven.
Dieser Roman ist für alle, die sich ihre Neugier erhalten haben.