Sonntag, 2. Juli 2017

Hans-Josef Ortheil - Was ich liebe und was nicht

Hanns-Josef Ortheil lerne ich in der Alten Schlosserei der Stadt Lehrte kennen - wenigstens einen kleinen Teil von ihm - während einer Lesung zu seinem neuen Buch Was ich liebe und was nicht.

Hanns-Josef Ortheil am 3. Mai 2017 in der Städtischen Galerie Lehrte
© Cornelia Fett
Allein bei dem Titel komme ich ins Überlegen, wie ich empfinde; Was ich liebe und was nicht.

Genau das spricht Hanns-Josef Ortheil auch aus, als er sein Buch vorstellt. Mit seinem neuesten Werk will er den Leser dazu animieren, sich selbst diese Fragen zu stellen. - Und dann können wir unser eigenes Buch darüber schreiben! - Warum nicht?

Das Buch ist in Essays gehalten - Essays: kleine Versuche, Versuche nachzudenken.
Es geht um zentrale Lebensfragen. Etwa um Freundschaft, Liebe, Wohnen, Musik hören, Kunst sehen oder gar das Alleinsein ...

In seiner Lesung geht Hanns-Josef Ortheil auf einige dieser Fragen ein.

Als ersten Punkt hat er sich für uns das Thema Wohnen, als Wohnen und da bleiben, herausgesucht. Sein Zuhause, so sagt er, sei der Westerwald. Auch wenn das Leben dort nicht so spannend ist, wie das Leben auf Reisen.

Und so kamen wir auch auf das zweite für uns vorbereitete Thema, das Reisen, zu sprechen.

Der Vater von Hanns-Josef Ortheil war als Vermessungsingenieur bei der Bahn tätig. Daher kam es, dass die Familie, wenn sie denn reiste, mit dem Zug unterwegs war. Die Familie lebte seinerzeit in Köln.

Mitte der 60er Jahre wurde dann ein Auto angeschafft. Warum? Alle hatten ein Auto!
So legte sich die Familie einen gebrauchten VW Käfer zu. Dieser stand dann vor der Wohnungstür. Nach einiger Zeit sagten sie sich, dass er vielleicht auch mal gefahren werden müsste. So sind sie am Wochenende losgefahren, haben geparkt und einen langen Spaziergang unternommen und sind dann mit dem Bus nach Hause gefahren - an das Auto hatten sie erst wieder gedacht, als sie eine Haltestation von zu Hause entfernt waren.
Nun ja, so wurde das Auto wieder verkauft.

Daher ist Hanns-Josef Ortheil das Autofahren fremd.

Als nächstes präsentierte uns Hanns-Josef Ortheil das Thema Mahlzeiten.
Nun, zu diesem Thema hat jeder sicher seine ganz eigene Meinung. Was Hanns-Josef Ortheil bemerkenswert findet, wenn er auf Reisen ist, ist das Essverhalten am Frühstücksbuffet im Hotel. Viele Gäste gehen ein- ums andere Mal zum Buffet und essen gar mehr, als sie benötigen, um satt zu sein. Daher bevorzugt Hanns-Josef Ortheil einen Hotelaufenthalt ohne Frühstücksbuffet und geht lieber zur Bäckerei nebenan und isst tatsächlich nur das, was er wirklich zum Frühstück essen mag.

Ein weiteres Thema behandelt sein Schriftstellerleben.

Hanns-Josef Ortheil wurde nicht als Schriftsteller geboren. Tatsächlich begann er zuerst sich mit Musik als mit Worten auszudrücken. Warum das so gewesen ist, konnte ich auf der Seite von Hanns-Josef Ortheil bei Wikipedia ergründen: durch mehrere Schicksalsschläge ist damals seine Mutter verstummt und damit auch Hanns-Josef Ortheil. Bis zu seinem 7. Lebensjahr blieb er stumm, erst dann begann er - nach vierjähriger Pause - wieder zu sprechen.

Seine Ausbildung zum Pianisten begann im Alter von 4 Jahren und endete im Alter von 24 Jahren.
Erst dann begann Hanns-Josef Ortheil mit der Schriftstellerei. Hanns-Josef Ortheil ist Schriftsteller, Drehbuchautor, Germanist und Hochschullehrer.

Was er bei seiner Tätigkeit als Autor erfahren durfte war, dass er als Autor plötzlich auch Lesungen halten können und Interviews geben soll.
Sein Buchtipp hierzu: Andy Warhols Interviews. Sie bestechen durch hemmungslose Positivität, sagt Hanns-Josef Ortheil.

Als letzten Punkt für diesen unterhaltsamen Abend hatte sich Hanns-Josef Ortheil den Sport ausgesucht. Auch wenn Hanns-Josef Ortheil einmal eine Spitzenzeit gelaufen ist, war Laufen absolut nichts für ihn. Das sollte sich nicht wiederholen!

Wiederholen soll sich auch nicht Hanns-Josef Ortheils Karriere als Pianist. - Als Pianist, so sagt Hanns-Josef Ortheil, muss man täglich üben. Spielt man mal eine Woche lang nicht, fehlt schon die Fingerfertigkeit, die Ruhe und Gelassenheit am Flügel, die man so dringend braucht, um ein Konzert geben zu können.
Privat setzt sich Hanns-Josef Ortheil schon mal wieder ans Klavier, nicht aber für Konzerte und öffentliche Auftritte.
Für das Hörbuch zu Was ich liebe und was nicht hat sich der Schriftsteller dennoch wieder ans Klavier gewagt.

Cornelia Fett und Hanns-Josef Ortheil
© Cornelia Fett

Quellen:
Wikipedia - Hanns-Josef Ortheil

Samstag, 29. April 2017

Conni & Co 2 - Das Buch zum Film - Vanessa Walder - Rezension

Conni & Co 2 - Das Buch zum Film
Vanessa Walder
Carlsen Verlag
ISBN 978-3-551-55934-0
249 Seiten

Klappentext:
Conni und ihre Freunde verbringen wie jedes Jahr ihre Sommerferien auf der Kanincheninsel vor den Toren der Stadt. Doch das Naturparadies ist in Gefahr: Der Bürgermeister und ehemalige Schuldirektor Möller will ein Hotel auf der Insel bauen. Und Connis Vater soll der Architekt des neuen "Gigantotels" werden. Als Hund Frodo einen Dinoknochen auf der Insel findet, ist das für Conni & Co die Chance, deren Zerstörung zu verhindern. Conni nimmt den Kampf auf: Rettet die Kanincheninsel!

Hauptperson ist die zwölfjährige Conni. Im Film wird sie von Emma Schweiger dargestellt, was man auch wunderbar anhand der im Mittelteil angesiedelten Filmfotos sehen kann. Conni ist lebenslustig und quirlig und bildet sich stets ihre eigene Meinung, die sie zudem auch Freunden und Erwachsenen gegenüber vertreten kann.

Meine Meinung:

Ein bisschen erinnert mich der Charakter und das Gros der Geschichte an Bibi Blocksberg, nur dass Conni ganz ohne Hexerei und Hexenbesen auskommt.

Die Gestaltung des Buches finde ich erfrischend. Mit den rot-weißen Streifen stimmt es schon fröhlich und auch das Lachen von Emma Schweiger auf dem Buchtitel macht gute Laune. Die Schriftgröße ist sehr angenehm zu Lesen und die Fotos aus dem dazugehörigen Film im Innenteil lassen erahnen, dass man auch im Film ganz auf seine Kosten kommt.

Die Geschichte ist gut erzählt, Ungereimtheiten fielen mir keine auf und der Schreibstil ist flüssig. Die Sätze sind kurz gehalten und verständlich. Von Anfang an hatte ich Spaß daran, die Geschichte zu lesen und die Erlebnisse weiterzuverfolgen.

Das Buch ist hervorragend für Kinder ab 8 bis 14 Jahren geeignet, aber auch junggebliebene Erwachsene haben sicher ihren Spaß beim Lesen - oder Vorlesen.

Samstag, 22. April 2017

Sebastian Krumbiegel - Courage zeigen

Am 12. April 2017 fand die zwölfte und - vorerst - letzte Station seiner Lesereise in Hannover bei Hugendubel statt. Auf der Leipziger Buchmesse hatte ich bereits einen kurzen Blick auf ihn werfen können, als er auf dem Blauen Sofa saß und Rede und Antwort stand. Sebastian Krumbiegel hat sein Buch Courage zeigen - Warum ein Leben mit Haltung gut tut vorgestellt.

Courage zeigen - das Buch von Sebastian Krumbiegel
© Cornelia Fett
In seinem Buch stellt er zudem heraus, dass er manchmal couragierter sein wollte. Sebastian Krumbiegel sagt auch, "dass er vor allem unterhalten möchte: und in Unterhaltung steckt das Wort Haltung".

Ich bin gespannt auf die Lesung von Sebastian Krumbiegel
© Cornelia Fett
Ich freue mich schon auf das Buch des gebürtigen Leipzigers. Bei meinem nächsten Besuch in Leipzig werde ich mir auch einige der erwähnten "Schauplätze" ansehen. Zu  seinem Buch hat er zusätzlich eine separate CD herausgebracht und während der Vorstellung heute hat er nicht nur erzählt, aus seinem Buch vorgelesen und Fragen beantwortet, sondern er hat auch gesungen. Den Auftakt zu seiner Lesung startete er mit dem Song Ich schrob ein Buch.

Sebastian Krumbiegel mit seinem Auftaktsong zur Lesung "Ich schrob ein Buch"
© Cornelia Fett
Während der Lesung lernten wir noch eine weitere Form von Courage zeigen kennen: Ein Mann aus dem Publikum erhob das Wort und fragte "Wann kommen wir denn zu Courage zeigen?, im Moment geht es ja nur um Sie als Autor!" - Nach einem kurzen höflichen Wortwechsel verließ der Mann den Saal. Mutig fand ich den Mann schon, der trotz offensichtlicher Mindermeinung, seine Meinung kund tat. Und mutig fand ich auch Sebastian Krumbiegel, der seine Lesung trotz des Zwischenfalls genauso weiter fortführte. Der kurze Zwist gab der Stimmung keinen Abbruch und wir - das Publikum - waren erfreut, noch mehr über Sebastian Krumbiegel zu hören. Ein Thema war vor allem auch das traumatische Erlebnis des rechtsradikalen Überfalls auf Sebastian Krumbiegel.

Der Büchertisch bei Hugendubel in Hannover zur Lesung mit Sebastian Krumbiegel

Wie ist Sebastian Krumbiegel dazu gekommen, ein Buch zu schreiben? - Nun, neben seinen Auftritten mit der Band Die Prinzen, tritt Sebastian Krumbiegel auch allein in kleinen Clubs auf und gibt kleine Konzerte. Dabei erzählt er auch Einiges bis Vieles und da haben seine Freunde ihn bestärkt, doch ein Buch darüber zu schreiben.

So hat Sebastian Krumbiegel während seiner Zugfahrten ins Handy geschrieben und das Geschriebene zu Hause ausgedruckt. Zunächst gab er die Zeilen seiner Familie zum Lesen. Seine Eltern haben ihn dann bestärkt, das Geschriebene herauszugeben und auch die Nachfrage bei seinen Kindern ergab dasselbe. So hat er sein Werk ins Lektorat gegeben.

Sebastian Krumbiegel zur Lesung bei Hugendubel in Hannover
© Cornelia Fett
Courage zeigen ist nicht nur der Titel des Buches, das Sebastian Krumbiegel herausgebracht hat, nein, es ist auch der Name eines Festivals, das seit 20 Jahren in Leipzig auf dem Leipziger Markt am 30. April gefeiert wird. Gefeiert wird dort der Einsatz gegen Fremdenhass für Zivilcourage und das Engagement für ein friedliches Zusammenleben verschiedenster Kulturen. Auch Sebastian Krumbiegel wird in diesem Jahr wieder dabei sein, wie jedes Jahr seit dem 30. April 1998.

Courage zeigen ist für Sebastian Krumbiegel sehr wichtig, und davon handelt auch sein Buch.

Sebastian Krumbiegel und Cornelia Fett bei Hugendubel in Hannover
© Cornelia Fett
Oder, wie er so schön während der Lesung sagte: "Ich bin 50 Jahre - zu alt, um jung zu sterben!"

Montag, 17. April 2017

Luca D´Andrea - Der Tod so kalt - Rezension

Der Tod so kalt, ein Thriller, erschienen beim DVA am 6. März 2017 vom Autoren Luca D´Andrea.

Die Geschichte führt uns in die Berge, in das kleine Dorf Siebenhoch und die Bletterbach-Schlucht.

Protagonist der Story ist Salinger, ein Drehbuchautor, der in den Bergen mit seiner Frau Annelise und seiner Tochter Clara erst einmal zur Ruhe kommen möchte. Doch kaum angekommen, faszinieren ihn die Berge und die Bergrettung, die den Stoff einer neuen Dokumentation vorhalten. Ganz ungefährlich ist auch die Bergrettung nicht, wie er am eigenen Leib erfahren soll. Als einziger Überlebender eines Einsatzes, bei dem er die Filmarbeiten übernommen hat, beginnt für ihn erst die wahre Geschichte und mehr als einmal steht er zwischen der Entscheidung, seiner Familie zur Seite zu stehen oder weiter zu ermitteln, in einem Fall, der sich 1985 zugetragen hat: das Bletterbach-Massaker. Seine Ermittlungen werden von dem schweigenden Dorf nicht unterstützt und man macht ihm mehr als deutlich, dass er die Geschichte ruhen lassen soll. Auch das Versprechen seiner Frau gegenüber, erst einmal das posttraumatische Erlebnis seines letzten Einsatzes zu überwinden und ein Jahr Pause zu machen, hält ihn nicht von weiteren Recherchen ab.

Die Geschichte ist sehr wirkungsvoll in der Ich-Form geschrieben und so erfahren wir alles über den Protagonisten Salinger.

Die Erzählweise ist sehr strukturiert und man kann der Geschichte und den Personen gut folgen. Die Gesamthandlung ist in sich schlüssig und die Handlungen der Charaktere nachvollziehbar dargestellt.

Gerade, wenn man meint, jetzt wird es gerade ruhiger, wird der Spannungsbogen gehalten, so dass die Geschichte nie an Tempo verliert. Daher ist das Buch dem Genre Thriller richtig zugeteilt.

Das Buch lässt sich gut lesen und ist sprachlich schnörkellos gehalten, so dass man die Geschichte gut verfolgen kann.

Ich war noch nie ein Fan der Berge und trotzdem lässt mich das Buch Der Tod so kalt nicht kalt. Ich mag das temporeiche Vorgehen, die Erzählweise des Buches, den Protagonisten Salinger und auch seine Handlungen in der Geschichte, die ich sehr gut nachvollziehen kann. Auch die anderen Charaktere bleiben in dem Buch nicht leer, sondern haben mit ihren Details einen hohen Wiedererkennungswert, was ich persönlich sehr zu schätzen weiß. Die Umgebung, in der die Geschichte spielt, ist eindrucksvoll beschrieben, so dass ich Lust bekommen habe, mir die Bletterbach-Schlucht selbst einmal anzusehen.

Fazit:
Ob Berg-Fan oder nicht, wer temporeich erzählte Geschichten mit vielen Facetten mag, ist mit diesem Buch gut bedient.

Freitag, 14. April 2017

Luca D´Andrea - Der Tod so kalt

Luca D´Andrea ist das gelungen, wovon mancher Autor kaum zu träumen wagt: sein erstes Buch, ein Thriller, gelang - einer Lawine gleich, wie ein Schneeball im Schnee auf dem Weg von der Kuppe eines Berges ins Tal - erst in die Top-Ten der italienischen Bestsellerliste und damit auch in andere Länder.

Gisa Zach, Luca D´Andrea und Ulrike Sárkány bei Leuenhagen & Paris in Hannover
© Cornelia Fett

Sein Buch Der Tod so kalt wurde auf der Londoner Buchmesse 2016 angepriesen und erschien im gleichen Jahr im Juni in Italien. Die Übersetzungsrechte wurden mittlerweile in 35 Länder verkauft. Auch die Filmrechte an dem Buch sind bereits an eine internationale Firma vergeben.

Luca D´Andrea - ein Sohn von Migranten, wie er es selbst formuliert - wurde 1979 am oberen Lauf der Etsch geboren. Seine Eltern sind vermutlich 1978 von Süditalien nach Bozen gezogen. Der Hunger trieb sie fort.

Luca D´Andrea
© Cornelia Fett

Obwohl in Südtirol etwa 70 % der Bevölkerung deutsch sprechen und 30 % italienisch, ist seine Muttersprache italienisch. Luca D´Andreas Vater war beim Militär, so dass er eher eine Hippie-Erziehung genoss. Bozen ist für den Autoren die schönste Stadt der Welt!

In Bozen war Luca D´Andrea 10 Jahre lang als Lehrer tätig, seit dem Erfolg seines ersten Thrillers, betätigt er sich nun hauptberuflich als Autor.

Luca D´Andrea, Ulrike Sárkány, Herr Eberitzsch
© Cornelia Fett
Neben seiner Tätigkeit als Lehrer war Luca D´Andrea als Dokumentarfilmer unter anderem mit der Bergrettung Dolomiten unterwegs. Sein jüngstes Projekt Mountain Heroes hat ihn dermaßen gefesselt, dass er weiter recherchierte und ihm dabei die Idee zu diesem Buch Der Tod so kalt kam. Er sah dieses kleine Mädchen, so klein und doch Beschützerin und wollte diese Geschichte erzählen.

Während es den kleinen Ort Siebenhoch nur in der Geschichte des Autoren gibt, existiert die Bletterbach-Schlucht tatsächlich. Der Mord,  um den es in dem Thriller geht, gab es glücklicherweise in der Realität nicht. - Und während ich das schreibe, denke ich "zumindest spricht niemand darüber", denn soviel weiß ich nachdem ich den Autoren getroffen habe: In seiner Heimat sagt man "Was auf dem Gipfel passiert, bleibt auf dem Gipfel!".

Luca D´Andrea und Cornelia Fett
© Cornelia Fett
Daher war es für den Autoren wichtig, eine Figur in Der Tod so kalt von außerhalb zu haben. Jemand, der neugierig ist, sich für alles interessiert und unvoreingenommen ist. Und somit erwachte Salinger, ein Amerikaner, zum Leben - zumindest zwischen den Buchdeckeln von Der Tod so kalt.

Klappentext:
Südtirol, 1985. Tagelang wütet ein gewaltiges Gewitter über der Bletterbach-Schlucht. Drei junge Einheimische aus dem nahegelegenen Siebenhoch kehren von einer Wanderung nicht zurück - schließlich findet ein Suchtrupp ihre Leichen, aufs Brutalste entstellt. Den Täter vermutet man im Bekanntenkreis, doch das Dorf hüllt sich in eisiges Schweigen. Dreißig Jahre später beginnt ein Fremder unangenehme Fragen zu stellen. Jeder warnt ihn vor den Konsequenzen, allen voran sein Schwiegervater, der die Toten damals gefunden hat. Doch Jeremiah Salinger, der seiner Frau in ihr Heimatdorf gefolgt ist, lässt nicht locker - und wird schon bald seine Neugier bereuen. Ein Fluch scheint alle zu verfolgen, die sich mit den Morden beschäftigen. Ist dort unten am Bletterbach etwas Furchtbares wieder erwacht? Etwas, so uralt wie die Erde selbst ...

Luca D´Andrea habe ich anlässlich seiner Buchvorstellung bei Leuenhagen & Paris in Hannover treffen dürfen. Die Moderation an diesem Abend übernahm Ulrike Sárkány vom NDR und hat die mit viel Charme erzählten Details des Autors für uns übersetzt. Den deutschen Part hat an diesem Abend Gisa Zach gelesen. Auch ohne ihre Stimme zu verstellen, da es in dem Thriller ja um einen männlichen Part geht, hat sie überzeugend vorgetragen. Gern hätte ich mehr von ihr gehört!

Gisa Zach
© Cornelia Fett
So habe ich gleich angefangen das Buch zu lesen und kann es kaum aus der Hand legen.
Eine Theorie habe ich bereits und bin gespannt, ob diese zutrifft oder ich am Ende doch noch überrascht werde.

Cornelia Fett und Gisa Zach
© Cornelia Fett

Im Oktober 2017 wird Luca D´Andreas nächster Roman erscheinen. Ich bin gespannt.

Wir freuen uns schon sehr auf das nächste Buch von Luca D´Andrea
© Cornelia Fett





Samstag, 1. April 2017

Markus Heitz - Des Teufels Gebetbuch

Markus Heitz, 46 Jahre alt, Schuhgröße 46 und nahezu 46 Bücher, stellt zwei Tage vor dem großen Finale in Baden-Baden sein neuestes Werk Des Teufels Gebetbuch bei Hugendubel in Hannover vor.

Ausgewählte Bücher von Markus Heitz  bei Hugendubel in Hannover
Ⓒ Cornelia Fett

Markus Heitz hat bereits im Alter von 14 Jahren Kurzgeschichten geschrieben, aufgrund seines Ideenreichtums wurden diese immer länger. Da er auf "nachwachsende Rohstoffe" setzen wollte, hatte er erstmal Philosophie und Geschichte studiert und wollte Lehrer werden. Da er aber später kein schlechter Lehrer werden wollte und deshalb Bedenken hatte, wurde er als Journalist und später als Autor tätig.

Geholfen hat ihm sicherlich dabei, dass er gerne mit Freunden Rollenspiele spielte und so schon früh eigens gestaltete Welten erschaffte.

Markus Heitz bei der Vorstellung seines Buches Des Teufels Gebetbuch
Ⓒ Cornelia Fett

Für Des Teufels Gebetbuch kam ihm die Idee, als er mal wieder MauMau gespielt und verloren hatte; wo kamen eigentlich die Karten her? Wie gelangten sie nach Europa?
Gewissheit hat er bei seinen Recherchen nicht erlangen können, nur soviel: 1367 wurde das Kartenspiel erstmals in einem Verbot erwähnt. Da das Verbot nicht zog, wurden Kartenspiele versteuert. Ein unversteuertes Blatt wurde für den Besitzer mit hohen Strafen belegt. Das Pik As trägt den Steuerstempel zum Nachweis, dass das Kartenspiel versteuert wurde.

Für Des Teufels Gebetbuch hat Markus Heitz ein eigenes Kartenspiel designen lassen und einen Song geschrieben: Cards. Im Videoclip zum dem Song Cards sehen wir die Sängerin Nina de Lianin neben dem Komponisten des Stücks Marcus Gorstein und der deutschen Stimme von 007 James Bond Daniel Craig - Dietmar Wunder.

Dietmar Wunder ist es auch, der an diesem heutigen Tage im Casino in Baden-Baden das Endspiel Supérieur moderieren wird.

Die Auslosung der Teilnehmer am Kartenspiel Supérieur
Ⓒ Cornelia Fett

Die Teilnahme zum Finale wurde in mehreren Etappen ausgelost. Ein letzter Teilnehmer wurde in Hannover bei Hugendubel ausgewählt. Dabei wurden Namenszettel von 10 Personen, die allesamt über 21 Jahre alt sein mussten, aus einem Glastrichter gezogen. Diese konnten sich dann in einem Supérieur Kartenspiel den 1. Platz für die Teilnahme in Baden-Baden erspielen. Der Gewinner ist heute in Baden-Baden und spielt um den Pot.

Markus Heitz und Cornelia Fett bei Hugendubel in Hannover
Ⓒ Cornelia Fett

Mittwoch, 29. März 2017

Zsuzsa Bánk - Schlafen werden wir später

Seit Wochen freue ich mich auf die Lesung mit Zsuzsa Bánk. Ihre Romane werden gut gehandelt und auch der Titel ihres neuen Werkes Schlafen werden wir später gefällt mir.

Zsuzsa Bánk Romane bei Hugendubel in Hannover
Ⓒ Cornelia Fett
So lebensbejahend, wie der Titel klingt, hörten sich die Zeilen aus dem Buch dann während der Lesung aber gar nicht mehr an. Eher etwas deprimierend. Obwohl Zsuzsa Bánk viel mit der Sprache spielt und beinahe jeder Satz nach einer Liebeserklärung an die Worte an sich klingt, werde ich still, nachdenklich und möchte den beiden Frauen in der Geschichte entfliehen.

Zsuzsa Bánk hat sich bei Ihrem neuen Buch Schlafen werden wir später für einen besonderen Stil entschieden und sozusagen einen E-Mail-Roman geschrieben. Bei dieser Art zu schreiben, kann sie den Emotionen der Protagonisten freien Lauf lassen, sonst zu kurz kommendes Alltagsgeschehen einbauen und auch Umgangssprache ungestraft verwenden. Das klingt zunächst spannend.

Zsuzsa Bánk bei Hugendubel in Hannover
Ⓒ Cornelia Fett
In ihren in dem Buch enthaltenen E-Mails hat sie einige Passagen kursiv geschrieben. Dabei handelt es sich jeweils um Zitate, die dadurch hervorgehoben sind.

Auf meine Frage, ob Zsuzsa Bánk mit diesem neuen Roman ihre Mitte-Vierziger-Zeit aufarbeitet, entgegnet sie, dass sie sich mit Mitte Zwanzig bereits gefunden und verwirklicht hat und rundum zufrieden sei. Aber wer weiß, sagt sie, vielleicht kommt dieser Zeitpunkt, in dem sich die beiden Frauen in ihrem neuesten Werk befinden, ja in ein paar Jahren auf sie zu.

Zsuzsa Bánk und Cornelia Fett bei Hugendubel in Hannover
Ⓒ Cornelia Fett
Vielleicht findet auch mich dieses Buch in ein paar Jahren wieder. Für den Moment lese ich erst einmal ihren Roman Die hellen Tage.

Dienstag, 28. März 2017

Leipziger Buchmesse 2017 - jedes Buch hat eine Geschichte

Wieder habe ich mich ein ganzes Jahr auf die Buchmesse in Leipzig gefreut! - Und wieder ist die Buchmesse so schnell vorbei, und das, obwohl ich in diesem Jahr tatsächlich mehr Zeit eingeplant habe.

Mein spontanes Sonntags-Ticket - weil ich eben gar nicht genug sehen konnte
Ⓒ Cornelia Fett

Christiane und ich zur Leipziger Buchmesse 2017
Ⓒ Cornelia Fett
So bin ich in diesem Jahr nicht erst am Freitag nach Leipzig gereist und war lediglich am Samstag auf der Buchmesse, nein! Bereits am Donnerstag bin ich nach Leipzig gefahren und war am Abend in der Schaubühne Lindenfels um dort den Auftritt von Jussi Adler-Olsen zu verfolgen. Begleitet wurde er von Margarete von Schwarzkopf und Stefan Wilkening. Die Lesung war grandios! - Dazu werde ich sicher noch mal von mir hören lassen.

Schaubühne Lindenfels
Ⓒ Cornelia Fett

Margarete von Schwarzkopf, Jussi Adler-Olsen, Stefan Wilkening (v.l.) bei der Vorstellung zu Selfies
Ⓒ Cornelia Fett
Am Freitag haben wir uns tagsüber vom Sonnenschein verwöhnen lassen: Wir haben das Völkerschlachtdenkmal besichtigt und waren spät zum Mittagessen im Café Pascucci. Glücklicherweise hatten wir einen wundervollen Sitzplatz draußen ergattern können und die Aussicht auf einen der begehrten Plätze am Abend zur Häppchenlesung.

Am Völkerschlachtdenkmal in Leipzig
Ⓒ Cornelia Fett

Mittagessen im Pascucci
Ⓒ Cornelia Fett
Bevor es aber zu besagter Lesung kam, hatten wir noch die Chance die Gruppe Santiano zu sehen.

Die Gruppe Santiano zur Signierstunde in Leipzig bei Hugendubel
Ⓒ Cornelia Fett
Mit viel Glück und Rückenwind durften wir an der Häppchenlesung gerade noch so teilnehmen. Diese war bereits seit zwei Monaten ausgebucht, da stand noch nicht einmal das Programm der Leipziger Buchmesse, oder?

Häppchenlesung im Pascucci
Ⓒ Cornelia Fett
Dabei waren Eileen Janket, Miranda J. Fox, Hannah Siebern, Anna Winter, Laura Newman, Marah Woolf und Poppy J. Anderson.

Es empfiehlt sich also, frühzeitig im Pascucci um eine Platzreservierung zu bitten.

Am Samstag sind wir dann tatsächlich auch auf der Buchmesse gemeinsam unterwegs gewesen.

Wir lieben Bücher!
Ⓒ Cornelia Fett
Wieder einmal habe ich sehr viele interessante Menschen getroffen und habe Einblick in so manche Geschichte bekommen. - So hat auch jedes von mir gekaufte - oder geschenkte - Buch der Buchmesse seine eigene Geschichte. In den kommenden Tagen werde ich die eine oder andere hier auf meinen Blog erzählen. Ihr dürft also gespannt sein!

Wen habt Ihr auf der Buchmesse getroffen? Was hat Euch gut gefallen? Welches ist Euer Buchmesse 2017-Buch?


Sonntag, 19. März 2017

Kai Meyer - Die Krone der Sterne

Noch vor der Leipziger Buchmesse ist Kai Meyer in Hannovers Buchhandlung Hugendubel zu Gast. Dort stellt er seinen neuen Roman Die Krone der Sterne vor.

Kai Meyer bei Hugendubel in Hannover
Ⓒ Cornelia Fett
Bereits seit Jugendtagen ist er weltraumbegeistert und wollte "schon immer mal" eine Weltraum-Geschichte schreiben. Nur ein Science Fiction Roman sollte es nicht werden, sondern eher eine Geschichte im Rahmen von Space Fantasy.

Der Fischer Verlag hält dafür seit Neuestem den Verlag TOR bereit. Dort erscheinen Werke der phantastischen Literatur in den Genres Fantasy und Science Fiction.

Das Buch Die Krone der Sterne ist Kai Meyers Herzensprojekt und quasi ein Roadmovie durchs Weltall.

Wenn Kai Meyer schreibt, sind für ihn die Figuren das Beste an dem Gesamtwerk. Er kennt sie in- und auswendig.

Mit Die Krone der Sterne - seinem Erstlingswerk in diesem Bereich - wollte er erst einmal schauen, ob solch eine Space-Opera etwas ist, was auch ein Publikum begeistert. Und so hatte er sich zunächst auf einen Roman festgelegt, mit der Option, auch auf eine Trilogie aufzuarbeiten.

Was soll ich sagen? Teil 2 und 3 sind bereits geplant. Wir können uns also auf eine Fortsetzung freuen!

Jedes dieser Bücher wird allerdings eine in sich geschlossene Geschichte enthalten.

Die Seiten der Welt liegen Kai Meyer ebenso am Herzen. Ist es doch eine Geschichte, die sich um Bücher dreht. Und es ist schwer für einen Autoren Bücher nicht zu mögen.

Im Moment arbeitet Kai Meyer an Teil 3 - dem letzten Teil der Trilogie. Was er bereits heute verrät: Es wird eine Vorgeschichte geben. An dieser arbeitet er auch bereits. Es wird ein Zweiteiler: im Oktober diesen Jahres wird Teil 1 der Vorgeschichte zu Die Seiten der Welt erscheinen und ein Jahr darauf der zweite Teil.

Für einige seiner Werke gab es bereits Anfragen für Filmrechte. Leider scheiterte es oft bereits an den Kosten für die Umsetzung der Projekte.

Einzig Das Gelübde wurde bisher verfilmt. Und das, so wie Kai Meyer meint, in einer sehr guten Umsetzung.

Für die Arkadien-Reihe läuft im Moment bei einer amerikanischen Filmproduktion die Vorarbeit. Ob es mit der Umsetzung letztendlich klappt, ist allerdings noch nicht raus.

Mit Die Alchimistin hatte Kai Meyer 1998 seinen Durchbruch: sein erster Roman, der groß rausgekommen ist. Es folgten Teil 2 Die Unsterbliche und Teil 3 Die Gebannte. Es handelt sich hier um eine Familiengeschichte. Auch diese sollte verfilmt werden. Leider scheiterte auch dieses Projekt an den Kosten.

Dafür wurde Die Alchimistin sehr aufwändig als Hörspiel verarbeitet. Ein Hörbuch gibt es ebenfalls.

Das Besondere an Hörspielen - vor allen Dingen bei WDR-Produktionen - ist, dass das Einspielen fast einem Theaterstück gleicht. Die Wellenläufer beispielsweise: da tobten die Sprecher mit gezückten Säbeln vor den sechs Mikrofonen, um den entsprechenden Sound für die 5.1 Produktion zu erzeugen.

Es gibt tatsächlich Werke von Kai Meyer, die nicht als Buch erschienen sind. Dies sind die Vorgeschichten zu Die Wellenläufer und zu Merle. Für diese beiden Geschichten hat Kai Meyer ausschließlich die Hörspielbücher geschrieben.

Wenn Kai Meyer ein Buch schreibt, so beginnt er mit einem 40-50 seitigem Exposé. In diesem exakten Konzept des Buches ist bereits alles enthalten, was die Geschichte ausmacht. Erst dann folgt die Umsetzung als Buch. Während er das alles erarbeitet, macht er sich bereits Notizen für den zweiten und dritten Band, wenn es sich um eine Trilogie handelt. Eine exakte Planung von Teil 1 bis hin zu Teil 3 gibt es allerdings nicht.

Kai Meyer ist durch und durch Schriftsteller. Die Ideen fliegen ihm nur so zu, er kann gar nicht anders, als sich Notizen zu machen, zu recherchieren und sich wieder Notizen zu machen. Er entscheidet auch nicht groß beim Schreiben ob es nun ein Jugendbuch, ein Kinderbuch oder ein Erwachsenenbuch werden wird. Er möchte eine spannende, unterhaltsame Geschichte erzählen. Punkt. Kai Meyer hat auch nicht entschieden, dass Sturmkönige bei der Jugendliteratur seinen Aufbau finden wird. Und trotzdem gelang es genau dorthin. Und dass trotz einiger Szenen im Buch, die nicht unbedingt als Jugendliteratur durchgehen... Auch, wenn das tatsächliche Leben oftmals das Gegenteil beweist.

Kai Meyer recherchiert auch sehr viel für seine Bücher. Für Arkadien hat er zahlreiche Interviews über Vergewaltigung und Abtreibung gesehen sowie etliches über die Mafia in Sizilien gelesen. Das Thema Tod ist in Arkadien ständig präsent.

Fragt man Kai Meyer, welche seiner Bücher ihm am liebsten sind, so antwortet er spontan: Asche und Phönix, Phantasmen und Arkadien.

Aber auch Die Seiten der Welt seien ihm sehr lieb, eben weil es um Bücher geht.

Die Wellenläufer Trilogie ist auf jeden Fall bei den Fans sehr beliebt.
- Wer weiß, vielleicht gibt es ja mal eine Fortsetzung ....

Angst jedenfalls vor Ideenlosigkeit hat der Autor nicht. Er hat noch zahlreiche Notizbücher voller Ideen, in die er seit Jahren schon nicht mehr hineingesehen hat.
Viele Ideen kommen Kai Meyer allein durch Recherche-Arbeiten.

Und auch, wenn der Autor nicht gerade am Recherchieren oder Schreiben neuer Werke ist, gibt es immer noch andere Dinge zu erledigen. Wie beispielsweise die Überarbeitung seiner Werke Die Alchimistin Teil 1 und 2. Diese hatte er einer sprachlichen Überarbeitung unterzogen. Schließlich entstand Teil 3 erst 15 Jahre später. Dass ihn die Überarbeitung schließlich zwei Monate kosten sollte, hatte er nicht bedacht. Er hatte angenommen, dass er damit schneller vorankommen würde.

Wenn Kai Meyer an einem Buch arbeitet, so legt er sehr viel Wert darauf, täglich 10 Manuskriptseiten zu schreiben und das an fünf Tagen die Woche, nämlich von Montag bis Freitag.

Kai Meyer beim Signieren
Ⓒ Cornelia Fett
Er arbeitet auch stets zu Hause, denn nur dort kann er wirklich Schreiben, und immer nur an einem Buch und nicht parallel an einem zweiten.

Eine Ausnahme gibt es aber dennoch: Während der Arbeiten an dem Buch Phantasmen fiel ihm eine Szene aus Die Seiten der Welt ein. Eben diese, in der die Angst des Bruders vor Clowns geschildert wird. Aber das ist wirklich eine Ausnahme!

Für das Buch Die Krone der Sterne hat Kai Meyer sich vom Verlag gewünscht, dass eingangs ein illustrierter Vorspann eingearbeitet wird. Zeichnungen innerhalb eines Buches reissen den Leser nur aus seiner Geschichte. Aber eingangs entführen sie ihn bereits in das Buch.

Solch einen illustrierten Vorspann kennt der Autor von der Hobbit Presse aus Der Herr der Ringe. Diese Illustrationen wurden seinerzeit von Heinz Edelmann erstellt. Dieser hatte vor Jahren bereits das Design zu dem Musikvideo Yellow Submarine erarbeitet.

Als Illustratoren hat sich Kai Meyer für Die Krone der Sterne Jens Maria Weber ausgeguckt. Dieser hatte bereits die Illustration für die Online-Aktion von Die Seiten der Welt übernommen.

Kai Meyer nahm sich während dieser Lesung viel Zeit für uns Leser und beantwortete gerne alle Fragen. Gelesen hat er aus Die Krone der Sterne zwei Kapitel und stellte damit zwei Figuren aus seinem neuesten Roman vor.

Anschließend erfüllte er noch Signaturwünsche und stand auch im persönlichen Gespräch noch Rede und Antwort.

Kai Meyer und Cornelia Fett
Ⓒ Cornelia Fett
Vielen Dank für diesen tollen Abend!

Donnerstag, 2. März 2017

Marc Elsberg - HELIX Sie werden uns ersetzen

Vor einigen Wochen habe ich die Leseprobe im Internet von HELIX - Sie werden uns ersetzen gerade zu verschlungen. Ich konnte gar nicht aufhören, sie zu lesen und dass, obwohl ich dringend zu einem wichtigen Termin musste. - Doch, mal unter uns Lesern, was gibt es Wichtigeres, als genau diese Zeilen, die man geradezu in sich aufnimmt, zu Ende zu lesen?...



Und nachdem ich die Leseprobe beendet hatte, habe ich erst einmal nachgesehen, wann ich denn den Autor Marc Elsberg treffen könnte. Denn, auf jemanden, der dermaßen recherchiert und über fundiertes Wissen schreibt, war ich mehr als gespannt. Glücklicherweise passte der Termin, an dem Marc Elsberg in Hannover sein würde, wunderbar zu meinen Terminen: ich kam einen Tag zuvor gerade von einer Fernreise zurück. Lucky me!

Aber zurück zu Marc Elsberg und seinem neuen Roman HELIX.



Ich hatte das Gefühl, dass - neben mir - alle Welt Marc Elsberg sehen wollte: sämtliche Karten für die Lesung in Hannover waren vergriffen. Meine Karte hatte ich mir bereits frühzeitig für die Lesung bei Leuenhagen & Paris gekauft und für einen Freund versuchte ich bis zum letzten Tag noch eine Karte zu ergattern: leider ohne Erfolg! Die Vorstellung war ausverkauft und blieb es auch!

Marc Elsberg ist am 3. Januar 1967 in Wien unter seinem bürgerlichen Namen Marcus Rafelsberger geboren. Unter seinem eigentlichen Namen hat er auch seine ersten Bücher herausgebracht.
Nach seinem Industriedesign-Studium in Wien arbeitete er als Strategieberater und Kreativdirektor in Wien und Hamburg und bekam für seine Tätigkeit unter anderem auch eine Auszeichnung vom Creativ Club Austria. Daneben gestaltete er auch eine Kolumne für die Tageszeitung Der Standard.

Die zur Zeit neuesten drei Werke - allesamt bei Blanvalet erschienen - brachte er unter seinem Pseudonym Marc Elsberg heraus.

Mit diesen Werken erlangte er nicht nur einen großen Bekanntheitsgrad, sondern Marc Elsberg erhielt für Blackout - Morgen ist es zu spät und Zero - Sie wissen, was du tust auch die Auszeichnung Wissensbuch des Jahres, beide jeweils in der Kategorie "Unterhaltung". Marc Elsberg erhielt als erster Autor diese Auszeichnung zwei Mal. Und, unter uns: ich würde mich nicht wundern, wenn ihm für Helix- Sie werden uns ersetzen, die Auszeichnung auch noch ein drittes Mal verliehen wird.

Während Blackout - Morgen ist es zu spät sich mit einem flächendeckenden Zusammenbruch der Stromversorgung auseinandersetzt, versetzt uns Zero - Sie wissen, was du tust in die Situation, darüber nachzudenken, was Big Data und Datenschutz eigentlich für Größen sind.
Sein jüngstes Buch, Helix - Sie werden uns ersetzen, beschäftigt sich mit Genetik. Und dass in so packender und realistischer Art und Weise, dass man gar nicht mehr daran denkt, dass es sich hierbei um einen Roman handelt.

Der Klappentext:
Bei der Sicherheitskonferenz in München bricht Panik aus, als der US-Außenminister während einer Rede leblos zu Boden fällt. Bei der anschließenden Obduktion wird auf seinem Herzen ein seltsamer Fleck entdeckt. Als der Ministerstab, der eiligst in die USA zurückgeflogen wurde, auf amerikanischem Boden landet, muss er sich einer Untersuchung des Seuchenschutzes unterziehen. 
Jessica Roberts, leitende Stabmitarbeiterin und Mutter von zwei Kindern, macht sich Sorgen wegen einer eventuellen Ansteckung, weil sie in München versucht hat, den Außenminister wiederzubeleben. Doch ihr bleibt keine Zeit, denn kurz darauf werden sie und ihr Team in den Situation Room des Weißen Hauses zitiert. Dort wird sie vom nationalen Sicherheitsberater zur Leiterin der Sonderermittlung ernannt, die den Tod des Ministers aufklären - und herausfinden soll, wer in der Welt in der Lage ist, ein Grippevirus so zu manipulieren, dass es nur eine ganz bestimmte Person töten kann. Denn eins ist den führenden Biologen des Landes klar: Dieses Virus ist genetisch verändert worden ...
Marc Elsberg berichtet während seiner Lesung von GMO´s - sogenannte gentechnisch veränderte Organismen (genetically modifiedd organism - GMO), also Erbanlagen, die mittels Gentechnologie gezielt verändert wurden und genmanipulierter Baumwolle, der Erziehung von Kindern, dem Armyworm und der Babymesse in Berlin. Seine Recherche zu dem Buch HELIX scheint allumfassend. Im Moment weiß ich noch gar nicht, ob ich lieber zuerst sein Buch lesen, oder mich selbst an die Recherche-Arbeit machen möchte.

Marc Elsberg und Cornelia Fett im Gespräch

Jedenfalls bin ich froh, dermaßen unterhaltsam in Wirtschaft und Politik weitere Anstöße zu erhalten, die Augen wirklich offen zu halten und aufmerksam durch die Welt zu gehen.

Marc Elsberg und Cornelia Fett zur Signierstunde bei Leuenhagen & Paris

Aber nun freue ich mich erst einmal darauf, die Geschichte HELIX - Sie werden uns ersetzen zu lesen. Und hoffentlich treffe ich nach der Lektüre den Autor wieder, um mit ihm über sein Buch zu sprechen, Gedanken auszutauschen und eventuelle Fragen zu klären.

Marc Elsberg und Cornelia Fett - Lesung bei Leuenhagen & Paris







Quellen:
Marc Elsberg - Wikipedia


Mechtild Borrmann - Trümmerkind

Ich kenne so viele Menschen, die mir das neueste Buch von Mechtild Borrmann nahegelegt haben, dass ich mir eine Karte für ihre Lesung bei Leuenhagen & Paris zugelegt habe.

Das Buch trägt den Titel Trümmerkind und handelt unter anderem um das Überleben in den Nachkriegsjahren.

Lesung bei Leuenhagen & Paris in Hannover

Klappentext:
Steineklopfen, Altmetallsuchen, Schwarzhandel. Der 14-jährige Hanno Dietz kämpft mit seiner Familie im zerstörten Hamburg der Nachkriegsjahre ums Überleben. Viele Monate ist es bitterkalt, Deutschland erlebt den Jahrhundertwinter 1946/47. Eines Tages entdeckt Hanno in den Trümmern eine nackte Tote - und etwas abseits einen etwa dreijährigen Jungen. Der Kleine wächst bei den Dietzens auf. Monatelang spricht der Junge kein Wort. Und auch Hanno erzählt niemandem von seiner grauenhaften Entdeckung. Doch das Bild der toten Frau verfolgt ihn in seinen Träumen. Erst viele Jahre später wird das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur kommen, das auf fatale Weise mit der Geschichte seiner Familie verknüpft ist ... 

Mechtild Borrmann versteht es, die Dinge klar beim Namen zu nennen ohne etwas zu beschönigen und ohne etwas künstlich drastisch hervorheben zu müssen. Ganz natürlich erzählt sie über die Begebenheiten, so, als hätte sie das alles miterlebt.

Mechtild Borrmann ist 1960 in Köln geboren und in Kleve aufgewachsen. Sie hat vier Geschwister, zwei ihrer Brüder leben noch am Niederrhein, wo es sie gelegentlich auch wieder hinzieht. Momentan lebt Mechtild Borrmann in Bielefeld.

Begrüßung der Autorin Mechtild Borrmann - wie immer mit viel Witz und Charme

Mechtild Borrmann ist gelernte Erzieherin und war in der Bodelschwinghschen Stiftung tätig. Anschließend ging sie für eineinhalb Jahre nach Korsika, wo sie mit dem Schreiben begann. Nach ihrer Rückkehr lernte sie im Groß- und Einzelhandel und eröffnete ein Restaurant. Sie schrieb Krimis, wurde für Die andere Hälfte der Hoffnung für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert, erhielt für Wer das Schweigen bricht den Deutschen Krimi Preis und erhielt für den Geiger die Auszeichnung des renommierten französischen Publikumpreises Grand Prix des Lectrices der Zeitschrift Elle und gelangte schließlich im Hamburger Staatsarchiv an Informationen, die über vier Morde, die sogenannten Trümmermorde, berichteten. Im Januar/Februar 1947 gab es damals vier ermordete Menschen, die nicht identifiziert werden konnten. Auch Plakate mit Fotos der getöteten Menschen konnten keine Aufklärung herbeiführen. Mit dem Roman Trümmerkind will die Autorin diesen vier Personen eine Identität geben.

Die Autorin wurde freundlich darauf hingewiesen, dass sie ein sogenanntes "Schad-Buch" verfasst hat:
"Schad, dass es schon zu Ende ist"

Und heute beginnt ihre Lesereise in Hannover, um eben dieses Buch vorzustellen.
Erschienen ist Trümmerkind im Droemer Verlag unter ISBN 978-3-426-28137-6.

Mechtild Borrmann und Cornelia Fett
Lesung am 2. März 2017 - Leuenhagen & Paris






Montag, 27. Februar 2017

Stefan Ahnhem - Minus 18°

Stefan Ahnhem ist bereits zum wiederholten Male zu Gast bei Leuenhagen & Paris in Hannover. 2014 hatte er dort seinen ersten Kriminalroman Und morgen du vorgestellt, mit dem er als Kriminalromanautor seinen Durchbruch hatte. Heute stellt er dort bereits seinen dritten Roman um den Kommissar Fabian Risk vor: Minus 18°.

Stefan Ahnhem und Cornelia Fett zur Buchvorstellung von Minus 18°

Geschrieben hat Stefan Ahnhem allerdings auch vorher schon: nämlich Drehbücher, unter anderem für die Wallander-Reihe.

Und genau mit dieser Wallander-Reihe kam ihm auch die Idee zu seinem ersten Roman. Leider - oder auch zum Glück - eignete sich diese Geschichte nicht für ein derart kurzes Drehbuch. So verschwand die Geschichte wieder in einer Schublade. Wieder aufgetaucht ist sie dann, als Stefan Ahnhem für Irene Huss schreiben durfte. Das Werk gefiel, doch war es auch für diese Produktion ungeeignet, so ließ der erste Roman von Stefan Ahnhem noch einige Zeit auf sich warten.

Glücklicherweise ließ Stefan Ahnhem diese Story nicht los, und so kam es zur Veröffentlichung seines ersten Romans Und morgen du.

Bekannt für seine Drehbücher, hat Stefan Ahnhem für diese heute keine Zeit mehr und die Anfragen, ob Stefan Ahnhem denn ein Drehbuch schreiben könne, werden langsam weniger. Doch Stefan Ahnhem gefällt es ganz gut, so viel Handlungsspielraum zu haben, wenn er seinen eigenen Roman schreibt. Er kann sich auch vorstellen, mal wieder ein Drehbuch zu schreiben, vielleicht hat er mehr Zeit, wenn seine Kinder größer sind, sagt er. Vielleicht.

Nach Und morgen du erschien sein Werk Herzsammler, für den er 2016 den Krimi-Publikumspreis des Deutschen Buchhandels MIMI auf der Leipziger Buchmesse verliehen bekommen hat. Mit Minus 18° führt er nun sein Werk um den Kommissar Risk fort. Warum der Roman so heißt, wird dem Leser auch schnell beim Lesen des Buches klar.

Auszug aus dem Klappentext:
Es wird Frühling in Helsingborg an der schwedischen Westküste. Aus dem Hafenbecken wird ein Auto geborgen. Alles deutet auf ein Unglück hin. Doch dann stellt sich heraus: Der Fahrer ist bereits seit zwei Monaten tot. Er wurde ermordet, der Unfall als scheinbarer Selbstmord nur inszeniert. (...)

Und auch im Schwedischen hat der Roman einen ganz ähnlichen Titel: 18° Minus. Wenn es nach Stefan Ahnhem gehen sollte, sollte auch das Buch im Schwedischen Minus 18° heißen, doch hatte man dort etwas dagegen, dass der Buchtitel einen derart negativen Anfang mit "Minus" trägt, so dass man kurzerhand das "Minus" ans Ende setzte.

Eine Frage wurde bei der heutigen Lesung ganz klar herausgestellt: "Wie kann jemand, der so sympathisch aussieht, solch schreckliche Szenen schreiben?"

Stefan Ahnhems Antwort lautet: "Da müssen Sie wohl meinen Therapeuten fragen." Gegenfrage: "Oder vielleicht Ihre Frau?"
Da konnte Stefan Ahnhem natürlich berichten:

Seine Frau ist immer die Person, die als erste liest, was Stefan Ahnhem gerade geschrieben hat. Und so kam es, dass sie seine Schwiegereltern besuchten, während seine Frau gerade seine soeben geschriebene Geschichte las. Bei den Schwiegereltern hatten sie ein Zimmer mit getrennt stehenden Betten. Während Stefan Ahnhem bereits schlief, las seine Frau noch seine Geschichte. Und während sie las, fürchtete sie sich so sehr, dass sie sich zu ihm ins Bett kuschelte, nur um festzustellen, dass sie nun genau neben dem Mann lag, der dieses furchtbare Szenario geschrieben hatte.
Das klingt auch für mich nun wirklich nicht gerade beruhigend!

Wolfram Koch, Stefan Ahnhem und Shelly Kupferberg (v.l.) zur Lesung
von Minus 18° bei Leuhenhagen & Paris in Hannover

Und auch ein weiteres Detail will ich Euch nicht vorenthalten:
In seinem ersten Roman hat Stefan Ahnhem eine Szene beschrieben, in der Fabian Risk an dem Schreibtisch eines Kollegen saß. Neugierig blickte er sich auf dem Schreibtisch um und versäumte es dabei auch nicht, die Schubladen dieses Schreibtisches zu öffnen. Die erste Schublade: leer, die zweite Schublade: ebenfalls leer, doch die dritte, größere Schublade ließ sich nicht öffnen. Sie war verschlossen. Einige Tage später saß Risk wieder an diesem Schreibtisch und verschüttete seinen Kaffee. Beim Aufwischen erblickte er die Unterseite des Schreibtisches und einen daran gehefteten Schlüssel. Dieser passte natürlich zur dritten Schublade. Er öffnete diese und erblickte allerlei unglaubliche Dinge .... - Was er erblickte, wird in Und morgen du nicht verraten.
Das Lektorat war sehr dafür, dass man diese Szene, die eigentlich zur Geschichte nichts aussagen konnte, streichen sollte. Doch Stefan Ahnhem, als Autor des Buches, war dafür, diese Szene im Buch zu belassen. - Einer der Vorteile, wenn man nicht an einem Drehbuch sondern am eigenen Roman arbeitet!
Und genau diese Szene wird nun in seinem dritten Roman Minus 18° Aufklärung finden.
- Ich bin gespannt!

Durch den Abend führte Shelly Kupferberg. Und zwar so lebhaft, dass es gar nicht wie eine Moderation wirkte, sondern wie ein interessantes Gespräch ohne große Pausen und Fragen, die einem bei einer Lesung gelegentlich zu Ohren kommen.

Cornelia Fett, Shelly Kupferberg und Wolfram Koch (v.l.)

Obwohl Stefan Ahnhem auch sehr gut die deutsche Sprache beherrscht, war für den deutsch zu lesenden Part der Schauspieler Wolfram Koch zu Gast.

Wolfram Koch ist am 10. Februar 1962 in Paris geboren und hatte bereits im jugendlichen Alter von 14 Jahren eine Rolle im Film Ansichten eines Clowns, in der er die Hauptfigur des Hans im Kindesalter spielte. Doch sein Herz gehört der Bühne und so sieht man ihn häufig in Theaterstücken. Daneben hat er im Frankfurter Tatort bereits seit 2015 die Rolle des Kriminalhauptkommissars Paul Brix, so dass für ihn die Lesung aus einem Kriminalroman schon fast ein Schauspiel war.

Der neueste Tatort, der im November auch für uns zu sehen sein wird, ist bereits abgedreht und - soviel hat Wolfram Koch schon verraten: er ist eigentlich zu gruselig für ein 20:15 Uhr-Programm. Da dürfen wir uns wohl auf einiges gefasst machen!

Cornelia Fett und Wolfram Koch

Nun bin ich aber erst einmal gespannt auf den neuen Kriminalroman von Stefan Ahnhem:
Minus 18°.

Signierstunde bei Leuenhagen & Paris: auch hier nahm sich der Autor Stefan Ahnhem viel Zeit


Montag, 9. Januar 2017

Lilis Lesemomente: Winterzauberküsse - Sue Moorcroft - Rezension

Lilis Lesemomente: Winterzauberküsse - Sue Moorcroft - Rezension: Winterzauberküsse von Sue Moorcroft erschienen im Fischer Verlag ISBN 978-3-596-29635-4 © Cornelia Fett Klappentext Hutmacherin ...

Winterzauberküsse - Sue Moorcroft - Rezension

Winterzauberküsse
von Sue Moorcroft
erschienen im Fischer Verlag
ISBN 978-3-596-29635-4

© Cornelia Fett


Klappentext
Hutmacherin Ava trifft Sam auf einer hippen Londoner Vorweihnachtsparty. Er möchte, dass sie einen Hut als Geschenk für seine schwerkranke Mutter Wendy fertigt. Wendy ist entzückt, denn sie glaubt, Sam sei mit Ava zusammen. Wie kann Sam ihr diese Freude zerstören? Also bittet er Ava, so zu tun, als wären sie ein Paar - nur für die Vorweihnachtszeit ...

Cover
Das Cover hat es mir gleich angetan! Hellblau-weiß mit Glitzer und roter Schrift. Ein Herzchen und eine weibliche Titelfigur im roten Mantel mit roter Mütze, die pure Lebensfreude ausstrahlt. Ich muss sagen: ich bin verliebt! Der Schnee und die Eiskristalle sind auf dem Cover zusätzlich zum Glitzer plastisch hervorgehoben und machen Lust darauf, den Inhalt des Buches zu lesen.

Meine Meinung
Nachdem der Titel und das Buchcover mich förmlich in ihren Bann gezogen haben, hat mich auch der Eingangssatz ganz und gar verzaubert:

"Und an Weihnachten haben Küsse ihren ganz besonderen Zauber ..." 
Der Innenklappentext allerdings, nimmt mir schon ein wenig von dem anfänglichen Zauber in seiner Formulierung:

"... Als Wendy bei Ava zur Hutberatung kommt, ..."

Mhmm! Wie kann man nur so etwas schreiben, denke ich.

Glücklicherweise ist der Schreibstil im gesamten Buch ganz anders. Die Autorin schreibt und beschreibt so beschwingt, dass man förmlich durch die Seiten fliegt, und trotzdem alles versteht, was beschrieben ist. Einzig die verschiedenen Hutarten, die Ava herstellt, beflügeln meine Phantasie und regen mich an, etwas darüber nachzudenken, was man alles wissen muss, um Hüte herzustellen und wie sie dann aussehen könnten.

Die Charaktere sind wundervoll! Ava ist eine umwerfende Frau, kurvenreich, facettenreich und nicht auf den Kopf gefallen und doch macht sie auch Fehler, was sie menschlich und vor allen Dingen liebenswert macht. Genauso ist es mit dem männlichen Hauptdarsteller Sam: er ist einfühlsam, hat einen tollen Job, wird begehrt (ausgerechnet von der besten Freundin unserer lieben Ava) und hat - verdammt noch mal! - auch seinen Stolz.

Ein langsames Kennenlernen der beiden - angefangen auf der Weihnachtsfeier von Avas Freunden - gibt das gewisse Etwas, das man bei den ersten Schritten einer beginnenden Liebesgeschichte erwarten darf.

Fazit
So verzaubert, wie ich vom Cover war, die letzten Seiten habe ich so mit Sam und Ava gelitten, es hat mich fast zerrissen.
Immer habe ich gehofft, dass der eine nicht zu stolz ist und die andere sich bitteschön endlich mal in die Karten gucken lassen mag.
Winterzauberküsse ist ein herrlicher Roman, der aufzeigt, wie schlimm es im Leben zugehen kann, es aber immer noch Liebe, Vertrauen und wahre Freundschaft gibt.
Für diesen Roman: fünf Sterne plus!